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März 2022

DS Général Dufour – Genfersee
Mit der Eröffnung des Simplon-Tunnels wird ein bedeutender Aufschwung des Schiffsverkehrs auf dem Genfersee erwartet. Am 14. Juni 1902 stimmen die Aktionäre der CGN der Beschaffung zweier leistungsfähigen und modernen Salonschiffe zu. Diese werden aus den Werkstätten der Gebr. Sulzer aus Winterthur geliefert.

Foto: Die neue «Général Dufour» ist in Lausanne-Ouchy eingetroffen.

Nach der erfolgreichen Inbetriebnahme des Schwesterschiffs Montreux beginnen im September 1904 die Bauarbeiten an der «Général Dufour». Die Inbetriebnahme erfolgt am 25. Mai 1905 nach den Probefahrten.

Foto: Souvenirkarte vom 14. Internationalen Kongress der Anthropologie und Archäologie. Sogar die Menukarte ist aufgedruckt: CONSOMMÉ EN TASSE, VOL-AU-VENT RICHELIEU, CONTRE-FILET GARNI MACEDOINE, PUREE DE POMMES DE TERRE, TARTELETTES AUX FRUITS, CAFE, VINS BLANCS ET ROUGE OU BIERE

Die Verantwortlichen der CGN sind mit den ausgezeichneten Geschwindigkeits- und Stabilitätswerten ausserordentlich zufrieden. So erreichte das Dampfschiff eine mittlere Probefahrtsgeschwindigkeit von 28.55 km/h. Die «Général Dufour» ist zugelassen für 1’100 Personen und hat eine Länge von 67.8 Meter über alles und eine Breite über den Radkästen von 14.6 Meter.

Foto: 1917 fahren Mutter und Sohn auf dem Oberdeck zwischen Rolle und Nyon.

Im Rumpf des Raddampfers befindet sich vorn unter dem Hauptdeck eine geräumige 2. Klasse Kajüte mit einem Treppenaufgang an ihrem hinteren Ende.
Auf beiden Seiten der Treppen lagen die Kabinen für das Maschinenpersonal und den Schiffswirt.

Foto: Die «Général Dufour» mit der Sonntagsbeflaggung im Ursprungszustand.

In der Mitte des Schiffes sind zwei Kessel und die Zwei-Zylinder-Heissdampfverbundmaschine von 1000 PS untergebracht. Hinter dem Maschinenraum liegen die Vorratsräume und die Kajüten der Mannschaft.

Foto: Die Maschine des Dampfers Général Dufour.

Eine kleine Damenkabine und das Office des Restaurateurs ergänzen den prächtig ausgestalteten Salon der 1. Klasse auf dem hinteren Teil des Hauptdecks.
Die Fenster aus Kristall haben eine doppelte Breite als bisher üblich. Die Wände sind im Stil von Louis XIV gehalten und aus gefärbtem Holz. Die Tische sind quer zur Schiffsachse gestellt, damit die Landschaft von den Passagieren nach beiden Seiten betrachtet werden kann.

Foto: Blick in den Salon 1. Klasse auf dem Hauptdeck.

Stühle mit Rückenlehnen(!), Sofas, Buffets, Spiegel mit Blumenkonsolen bilden für die damalige Zeit eine elegante Möblierung. Der Damensalon ist im Empirestil gehalten. Die Holzarbeiten dieser Räume liefert, wie schon auf anderen Dampfern, die Möbelschreinerei Gilg-Steiner aus Winterthur. Die restlichen Holzkonstruktionen werden von der CGN selbst ausgeführt. In den Radkasten sind Räume für den Kapitän und den Kassier sowie die Küche untergebracht.

Foto: DS Général Dufour auf im August 1961 bei einem Zwischenhalt in Le Bouveret (Foto Stephane Golay).

Zum Oberdeck führt eine breite Treppe aus Eichenholz, welches mit ringsum laufend Lattenbänken sowie Doppelbänken mit Tischen in der Mitte ausgestattet ist. Bewegliche Zelte schützen die Passagiere der 1. Klasse vor der Sonne. Die «Général Dufour» ist von Anfang an mit Maschinentelegrafen von John Fischer ausgerüstet. Vier Jahre später muss, vorschriftsgemäss, eine vierte Schottwand eingebaut werden.

Foto: Am 7. Juli 1962 stehen die Dampfer Général Dufour und Valais in Genf (Foto Stephane Golay).

Die «Général Dufour» hat einen grossen Kohleverbrauch (26,8 kg/km wie bei der
«Montreux») und wird in den Jahren 1919 bis 1929 nur als Reserveschiff in Genf eingesetzt. An die Stelle der «Général Dufour» wird die alte «Evian» eingesetzt. Ab 1932 soll der Dampfer bei Bedarf die drei grossen Schiffe La Suisse, Simplon und Helvétie ersetzen. Zur Komfortverbesserung wird deshalb die Rauchkabine durch eine Teilverglasung ersetzt.

Foto: Fröhliche Schifffahrt im August 1963 (Foto Stephane Golay).

Bei Kriegsausbruch 1939 erfolgt sofort die Stilllegung des Dampfers (Kohlemangel!), zusammen mit der «Montreux», der «Rhône» und der «La Suisse». Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erfolgt keine Inbetriebnahme.

Foto: Stillgelegt: Das DS Général Dufour im Jahr 1972 in der Lausanner Werft (Foto Stephane Golay).

Die CGN will die beiden Schiffe Vevey und Italie motorisieren, so werden im Winter 1953/54 Instandhaltungs- und Auffrischungsarbeiten am Schiff vorgenommen. Erst ab Ostern 1954, nach 15jährigem Stilllager (!) kommt die «Général Dufour» wieder zum Einsatz. Sofort wird sie in den regelmässigen Dienst geschickt und bedient frequenzstarke Kurse mit knappen Fahrzeiten.

Foto: Beim Abbruch im Jahr 1977 kommen die beiden Kessel ans Tageslicht.

Während der Landesausstellung «EXPO’64», die in Lausanne stattfindet, ist das Dampfschiff General Dufour nur Reserve-Schiff. Nach der Ausstellung wird der Dampfer wird provisorisch stillgelegt. 1965 kommen nochmals zwei Einsatztage, als Ersatz für den Dampfer Helvétie, dazu. Anschliessend verbleibt die «Général Dufour» im Stilllager im Genfer Hafen bis 1968, und nachher in der neuen Lausanner Werft und wird erst im August 1977 abgebrochen.

Foto: Ein Schaufelrad der «Général Dufour» ist im Luzerner Verkehrshaus ausgestellt.

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