Überspringen zu Hauptinhalt

Moldau-Stausee (Tschechien)

Aus der «Sea Life» vom Rhein wurde die «Smetana» auf dem Moldau-Stausee

Die Überstellung vom Rhein, über den Rhein-Main-Donau-Kanal und der Donau mit 58 Schleusen ist am 21. April 2020 in Linz beendet worden. Die Überstellungsfahrt wurde von der Mannschaft der Lipno Line und dem Kapitän der früheren «Sea-Life» begleitet. Corona- bedingt lag das Schiff 55 Tage im Linzer Hafen.

Transport
Am Dienstag den 16. Juni begann der Schiffstransport durch das Mühlviertel. Das Schiff fuhr am Vormittag vom Linzer Hafen nach Plesching gegenüber der Stadthafenausfahrt am linken Ufer. Dort wurde es mit zwei Gross-Kränen herausgehoben und auf einen Tieflader gesetzt. Das Abheben des Steuerhauses verringert die Transporthöhe von acht Meter auf sechs Meter.

Um 22.00 Uhr begann das Schiff seine Reise durch das Linzer Stadtgebiet. Der Transport bewegte sich mit einer Geschwindigkeit von rund 10 km/h. Trotz penibler Planung gab es auch bei diesem Transport spannende Stellen. Das Schiff sollte in Linz um 00.30 Uhr pünktlich zum Fahrplanende der Strassenbahn die Kreuzung Pulvermühlstrasse und Ferdinand-Markl-Strasse überqueren.

Am Mittwoch den 17. Juni setzte der 41 Meter lange Transport seine Reise im Haselgraben fort. Der allgemeine Verkehr wurde über Kirchschlag umgeleitet. Spannend war die bekannte Engstelle in Zwettl/Rodl am Hauptplatz. Hier war “Zentimeterarbeit“ gefragt, aber das eingespielte Team meisterte gekonnt auch diese heikle Situation. Das Highlight des Tages war die Ankunft am Hauptplatz in Bad Leonfelden um die Mittagszeit mit anschließender Schiffssegnung. Dann brach der Transport Richtung Vorderweissenbach auf. In Guglwald wurde kurz angehalten und der Transport von der österreichischen Polizei an ihre tschechischen Kollegen übergeben.

Am 18. Juni erfolgte die Wasserung in Frýdava über eine separat aufgebaute mobile Helling.

Schiffstaufe

Die Schiffstaufe erfolgte am 3. Juli mit dem OÖ Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer in Lipno. «Der Komponist Friedrich Smetana und der Autor Adalbert Stifter haben sich als Zeitgenossen gekannt. So können sich die beiden Künstler und Freunde symbolisch wieder am Wasser treffen. Und Literatur und Musik sind über alle Grenzen hinweg verbindende Elemente. » sagt Dr. Lukas Dorn-Fussenegger zur Namensgebung.

Der Transport unterschied sich von dem vor acht Jahren, damals wurde die «Adalbert Stifter» ex «Marksburg» über Hellmonsödt transportiert. Dieses Mal wurde über Zwettl/Rodl und direkt durch Bad Leonfelden gefahren. Weiter durch Vissy Brod an den Lipno, die Wasserung erfolgte in Frýdava, am gleichen Ort wie vor acht Jahren.

Technische Daten
Name: Smetana (ex-Namen: Ahrenshoop, Sea Life)
Länge/Breite: 25.00 m/5,30 m
Tragkraft Personen: 140
Maschinenleistung: 253 PS
Maschinen-Hersteller: Cummins
Baujahr: 1999
Erstzulassung: 2000
Bauwerft: Deutsche Binnenwerften GmbH, Köpenick (ehem. Yachtwerft)

Vier Schiffe
Am Moldaustausee sind aktuell vier Fahrgastschiffe im Einsatz. MS Lipno und MS Sumava beide mit Baujahr 1958 und gebaut in Ungarn, MS Adalbert Stifter (1967) und jetzt neu MS Smetana mit Baujahr 1999. Das MS Lipno (1958) wurde an den Orlik Stausee verkauft.

Bildlegenden
1) MS Smetana kurz vor der Anlandnahme.
2)  Beide Kräne von Felbermayr haben das Schiff in den Gurten.
3) Transporteur Kübler kurz vor Abfahrt vom Donauufer
4) Am Hauptplatz in Zwettl/Rodl, am Mikrofon Dr. Lukas Dorn Fussenegger (Geschäftsführer der Lipno Line)
5) Passage Engstelle in Zwettl/Rodl

Bildbericht: Kpt. Otto Steindl

An den Anfang scrollen
×Suche schließen
Suche