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September 2021

DS Fribourg – Juragewässer
Zwischen 1855 und 1860 floriert die Schifffahrt auf dem Neuenburgersee. Wegen der neu gebauten Eisenbahnstrecken von Neuenburg zu den Ortschaften am Südufer des Sees und der Strecke nach Murten bricht jedoch der Schiffsverkehr zusammen.

Foto: DS Fribourg ist abfahrtsbereit zur Jungfernfahrt vom 29. April 1913.

Nach 1880 nimmt der Fremdenverkehr wieder zu und in Neuenburg möchte man etwas Attraktives anbieten: eine Schiffsverbindung zwischen Biel und Yverdon als touristische Aufwertung des Drei-Seen-Landes. Nach dreissig Jahren Bemühungen erhält die Neuenburger Dampfschifffahrtsgesellschaft die nötigen Subventionen der vier Kantone (Bern, Neuenburg, Waadt und Freiburg).

Foto: Die «Fribourg» im Stilllager während des Ersten Weltkriegs (1916).

Zwei stattliche Halbsalondampfer werden gebaut. Als erstes wird die «Neuchâtel» am 15. Juni 1912 eingeweiht, dann die «Fribourg» ein Jahr später, am 29. April 1913. Im ersten Betriebsjahr wird die «Fribourg» auf den Kursen zwischen Neuenburg und Yverdon eingesetzt und leistet an 120 Betriebstagen 18’580 Kilometer. Ein Jahr später, 1914, fallen die Kurse der «Fribourg» ab dem 12. August der allgemeinen Mobilmachung zum Opfer. Für die «Fribourg» schliesst die Saison nach hundert Einsatztagen.

Foto: Das Dampfschiff Fribourg um 1925 bei einem seiner Einsätze auf dem Bielersee in La Neuveville.

Mit dem Krieg bricht der Tourismus ein. 1915 fährt die «Fribourg» an 16 Tagen, 1916 an 133 Tagen. Kohleknappheit prägt das Jahr 1917, was die Schifffahrt praktisch lähmt. 1918 legt die «Fribourg» an vier Tagen 239 Kilometer zurück. Zwischen 1920 und 1939 leisten die beiden Dampfer Neuchâtel und Fribourg im Durchschnitt je 3’555 Kilometer an 46 Tagen. Von 1940 bis 1953 fallen diese Durchschnittsleistungen kriegsbedingt und wegen der «Konkurrenz» der Motorschiffe auf die Hälfte. Die beiden Dampfer sind praktisch nur noch an Sonntagen im Einsatz und verkehren hauptsächlich Richtung Estavayer-Yverdon und zur St. Petersinsel.

Foto: Die «Fribourg» bei einem Zwischenhalt in Estavayer-le-Lac.

Die «Neuchâtel» wird im Jahr 1954 auf Ölfeuerung umgebaut und wird deswegen mit Vorrang eingesetzt. Bei der «Fribourg» wird darauf verzichtet. Am 30. Mai 1965 verkehrt die «Fribourg» im Kurs nach Yverdon; es ist ihre letzte Fahrt. Während der 52-jährigen Betriebszeit erreicht die «Fribourg» die bescheidene Leistung von 164’635 Kilometer oder 3’106 Kilometer im Jahresdurchschnitt. Der Ersatz ist bereits vorhanden: es ist das Motorschiff Ville-d’Yverdon.

Foto: Avis für die letzte Fahrt der «Fribourg» vom 30. Mai 1965.

Der Dampfer wird am 9. Februar 1966 durch Herrn Keusen vom Restaurant Saint-Louis in Portalban erworben. Ende März 1966 wird das Schiff über den See geschleppt. Die Radkasten werden provisorisch abgetrennt, um den Strassentransport vom Ufer bis zum neuen Standort zu ermöglichen. Am 31. Januar 1970 wird das Schiff als Restaurant eingeweiht und erfreut sich seitdem eines guten Rufes (https://le-bateau.ch/)

Foto: Ein beliebtes Restaurant in Portalban ist die «Fribourg».

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