MS Weggis - Vierwaldstättersee

Anlässlich ihrer Jungfernfahrt hat das MS Weggis eben die namensgebende Gemeinde verlassen.(Foto Anton Räber, 15. Februar 1990)
Anlässlich ihrer Jungfernfahrt hat das MS Weggis eben die namensgebende Gemeinde verlassen.
(Foto Anton Räber, 15. Februar 1990)

Im Hinblick auf das Jubiläum «700 Jahre Eidgenossenschaft», das rund um den Vierwaldstättersee gefeiert werden soll, lanciert die SGV ein Flotten-Erneuerungsprogramm. Geplant sind drei neue «Allwetter-Motorschiffe» für ca. 300 Personen. Diese sollen, nach 1991, die Motorschiffe Mythen, Waldstätter und Titlis ersetzen. Die drei neuen Schiffe werden bei der Deggendorfer Werft in Bayern bestellt und sollen 11 Millionen Franken kosten.

 

Das Einzelteile des ersten Schiffes, das, nach einem Publikumswettbewerb, den Namen Weggis erhält, treffen Ende Juli 1989 in Luzern ein. Die Schalenteile werden auf dem Schwimmdock zusammengeschweisst und die dichte Schale in die Schiffbauhalle aufgezogen. Am 6. November 1989 wird die «Weggis» vom Stapel gelassen, die Fertigstellung der Innenausbauten durch die SGV-Schreiner erfolgen auf dem schwimmemden Schiff. Das neue Schiff hat eine Länge von 47.14 Meter und eine Breite von 9.20 Meter (jeweils über alles). Angetrieben wird die «Weggis» von zwei MAN-Dieselmotoren mit einer Leistung von je 260 kW. Es folgen ausgiebige Test- und Instruktionsfahrten ist doch das Schiff mit einem Ruder-Propeller-Antrieb ausgerüstet, was Neuland für die SGV-Schiffsführer bedeutet. Die Jungfernfahrt findet am 15. Februar 1990 statt.

 

Als Besonderheit trägt das MS Weggis den Schiffsnamen in der Mitte des Schiffes, was beim Publikum nicht gut ankommt («Fährt das Schiff nicht nach Alpnachstad?») und bald verändert wird. Und für Freunde der Dampfschiffe ist sicher erwähnenswert, dass sich die Glocke der «Stadt Mailand» am Bug befindet.

 

Anfangs hat das Schiff mit «Kinderkrankheiten» zu kämpfen, wie dies bei vielen neuen Schiffen der Fall ist. Dies schlägt sich natürlich auch im Pressewald durch.

 

Noch ist die Besatzungsfrage ungeklärt, die SGV beharrt auf eine 2-Mann-Lösung, die Personalverbände auf eine Drei-Mann-Besatzung. Nach langem hin- und her entscheid der Bundesrat im Jahr 1994 (!): Für ein Schiff in dieser Grössenordnung, das zudem sehr hoch gebaut ist (die schweren Treppen lassen sich kaum durch eine Person auf das Schiff heben) muss mit 3 Mann, heute sagt man mit 3 Personen, gefahren werden. Nach diesem Urteil wird das Fassungsvermögen der Schiffe auf 400 Personen festgelegt (heute 500 Personen).

 

Die «Weggis» wird, wie auch die im Jahr 1991 folgenden Schwesterschiffe Brunnen und Flüelen» anfangs nach Alpnachstad und Küssnacht eingesetzt, was den Komfort auf diesen Strecken wesentlich anhebt. Im Winterfahrplan übernehmen sie die Hauptlast des Verkehrs und sind Pioniere in der «Themenschifffahrt» (Mittagsschiff und Fondueschiff). Auf Extrafahrten sind diese Schiffe sehr gefragt. Anfangs der 2000er Jahre ist die «Weggis» auch immer bei den regelmässig stattfindenden Dampferparaden als Fotoschiff eingeteilt. Sie sind quasi Tag und Nacht und bei jedem Wetter, ob bei Föhn, Schneefall oder extremer Hitze, im Einsatz.

 

Mit den drei, als Panoramaschiffe bezeichneten, Einheiten erlebt die Schifffahrt auf dem Vierwaldstättersee einen grossen Aufschwung. Der Winterfahrplan wird ausgebaut und sind sehr beliebt beim Publikum.

 

2016 erhält die «Weggis» neue Scania-Hauptmotoren, die Schottelanlage wird ausgetauscht und die Elektroverteilung ersetzt. Die Sanierung der Innenräume ist für die kommenden Jahre angedacht.

 

Mehr Informationen über das MS Weggis

 

Einsatz des MS Weggis