Die Bodan-Werft in Kressbronn baut für die CGN ein neues Zwei-Deckschiff, das den Namen Ville-de-Genève erhält. Das Motorschiff ist 47.25 Meter lang und 9.40 Meter breit (jeweils über alles) und kann 560 Personen befördern. Angetrieben wird die «Ville-de-Genève» durch zwei GM-Dieselmotoren mit einer Leistung von je 400 kW. Die Taufe des Schiffes fand am 28. April 1978 in der Lausanner Werft statt. Während dem Taufakt wurde das neue Schiff, das sich auf dem Schwimmdock befand, langsam in das Wasser des Lac Léman herabgelassen.
Durch seine Grösse und dem relativ grossen Anteil an Gastronomieplätzen (198 Tischsitzplätze) kann die «Ville-de-Genève» auf allen Kursen und in allen Seeteilen eingesetzt werden.
Erinnerung
Wir, die dieses Schiff zum ersten Mal sahen, staunten. Die Form war ähnlich der «Chablais», aber viel runder gehalten. Zudem war das Schiff ganz in weisser Farbe gehalten, was den anwesenden Schifffahrtsredaktor Dr. Anton Räber zum Ausspruch veranlasste: «Es muss statt das CGN-Signet am Steuerhaus ein Rotes Kreuz angebracht werden, so wäre es ein Spitalschiff und würde zu Genf (dem Sitz des IKRK) passen…».
Umbau
Im Frühling 2012 bewilligten die Behörden der Kantone Waadt, Genf und Wallis, im Rahmen der Restrukturierung der CGN, einen Gesamtkredit von über 24 Millionen Franken für die Totalrenovation von MS Vevey (13,9 Mio.), die Teilrenovation von MS Ville-de-Genève (4,6 Mio.) und die Modernisierung der Werft in Ouchy (5,8 Mio.).
Das Kreditbegehren für das MS Ville-de-Genève wurde wie folgt begründet: Das Schiff ist nun seit über 30 Jahren intensiv und während allen Jahreszeiten eingesetzt, es arbeitet sehr wirtschaftlich und ist bei den Passagieren und den Besatzungen beliebt. Ein neues Schiff derselben Kategorie würde mehr als das Doppelte kosten. Diese Renovation sollten es der «Ville-de-Genève» erlauben, mindestens weitere zwanzig Jahre eingesetzt zu werden. Doch es kam anders: Während der Planung zum Umbau setzte sich bei der Geschäftsleitung der CGN die Erkenntnis durch, dass infolge des dramatisch angestiegenen Grenzgängerverkehrs zwischen den beiden Seeufern die «Ville-de-Genève» besser zusätzlich zum reinen «Transporter» oder «Bus auf dem Wasser», analog dem MS Léman, umbauen sollte. Die drei Kantone, die den Renovationskredit ein Jahr zuvor bewilligt hatten, bewilligten den Antrag der CGN unter der Bedingung, «dass es nicht mehr kosten dürfe», was diese etwas (zu) optimistisch auch garantierte.
Das MS Ville-de-Genève wird ganzjährig auf der Grenzgängerkursen eingesetzt.
Mehr Informationen über das MS Ville-de-Genève.