MS Unterwalden (II); ab 1985 MS Europa - Vierwaldstättersee

Am 30. April 1976 läuft das MS Unterwalden zu seiner ersten Probefahrt aus.(Foto Anton Räber)
Am 30. April 1976 läuft das MS Unterwalden zu seiner ersten Probefahrt aus.
(Foto Anton Räber)

Nach dem Muster des MS Gotthard (1970) wird von der Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees (SGV) in der eigenen Werft und nach eigenen Plänen ein grosses Motorschiff erbaut. Die Kiellegung findet am 23. November 1970 statt. Die neue Einheit ist 58.36 Meter lang und 11.27 Meter breit (jeweils über alles). Die zwei Saurer-Motoren des Typs SDR haben eine Leistung von je 450 PS. Das Fassungsvermögen beträgt 1’200 Personen.

 

Schiffsname

Die Namensgebung («Unterwalden») ist sehr umstritten, ist das Dampfschiff desselben Namens nach wie vor im Einsatz. Die neu gegründeten Dampferfreunde verlangen eine Sanierung des Dampfers. Von dem will aber die damalige Geschäftsleitung und der Verwaltungsrat absolut nichts wissen.

 

Die Jungfernfahrt der neuen «Unterwalden» findet, in Begleitung der alten «Unterwalden», am 1. Mai 1976 statt. Bereits einen Tag später, am 2. Mai, führte das MS Unterwalden die Kurse 11-22 (Luzern ab ca. 10.20 Uhr, nach Flüelen, Luzern an ca. 16.45 Uhr) aus. Viele Jahre lang war das Schiff auf diesen Kursen dann eingeteilt. In den Jahren 1976 und 1977 sind auf dem See zwei Schiffe mit dem Namen Unterwalden im Einsatz. In der Fahrordnung erhält das neue Schiff den Kürzel «Uw».

 

Am 5. Mai 1985, im Jahr der Wiederinbetriebnahme des sanierten Raddampfers Unterwalden, erhält das Motorschiff den Namen Europa. Wie damals üblich wurde für Philateliefreunde ein Sondercouvert herausgegeben.

 

Grossbrand

Aus nie geklärten Ursachen brannte am 20. Februar 1993 das Schiff fast vollständig aus, nur die Schale blieb weitgehend erhalten. Am 24. Oktober 1995 kann die modernisierte «Europa» wieder den Dienst aufnehmen. Die Innenräume wurden durch einen Innenarchitekten neu gestaltet. Fortan führte die «Europa» den Hauptkurs 11-22 aus und auch auf den abendlichen Themenfahrten war sie anzutreffen.

 

Erinnerungen

Auf der frühmorgendlichen Fahrt zum traditionellen Rütli-Schiessen, am Mittwoch vor dem St. Martinstag («Martini») des Jahres 1992 war die «Europa» eingeteilt. Bei der Station Buochs wurde das Schiff von den zahlreichen (sehr national gesinnten) Schützen mit Buh-Rufen empfangen. Der Besatzung wurde vorgeworfen, dass die SGV Partei für die kommende Abstimmung über den Beitritt zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) ergreife… Nun, diese Abstimmung zum EWR ging am 6. Dezember 1992 leider hauchdünn verloren.

 

Die «Europa» ist ein universell einsetzbares Schiff ist sommers wie winters auf dem See anzutreffen.

 

Mehr Informationen zum Motorschiff Europa.