Rechtzeitig zum Saisonauftakt 1998 konnte das zweite Schiff der Dreierserie die Flotte auf dem Zürichsee verstärken. Die neue Einheit gleicht dem MS Albis wie ein Zwilling. Zur Taufe und Jungfernfahrt hatte die ZSG für den 8. April 1998 eingeladen. Ab Zürich führte die Fahrt des neuen Schiffes dem linken Seeufer entlang zum Taufort Meilen. Am Steg warteten weitere Gäste und die Taufpatin Eve Landis, Gattin des Meilener Gemeindepräsidenten. Die Schiffsgotte taufte den Neubau auf den Namen Pfannenstiel. Die Bezeichnung hat keinen Bezug zu einem Küchengerät, sondern bezieht sich auf eine geografische Bezeichnung eines Hügelzuges oberhalb der Seegemeinde Meilen. Auch das MS Pfannenstiel wurde in erster Linie für den Einsatz in der Kleinen Rundfahrt erbaut und fährt daher als Einheitsklassen-Schiff mit einer 2-Personen-Besatzung. Im Steuerhaus ermöglichen Kameras die Überwachung des Einstiegdecks und des Hecks. Das Steuerrad wurde durch einen Joystick ersetzt und ein modernes Tageslicht-Radargerät erlaubt ein sicheres Fahren auch bei schlechtem Wetter.
Das zweite der Drillinge ist 42.30 Meter lang und 7.30 Meter breit (jeweils über alles). Die beiden MAN-Dieselmotoren leisteten je 340 PS, wirkend auf zwei Schottel-Ruderpropeller. 300 Personen können mitfahren.
Jungfernfahrt
Kapitän Peter Frei führte sein Schiff bei der Jungfernfahrt seeaufwärts. Bis auf die Höhe von Stäfa begleitete das Fährschiff Meilen den Neuling. Die Parallelfahrt der beiden Schiffe zeigte die freundschaftlichen Beziehungen, welche die beiden Schifffahrtsgesellschaften pflegen. Vor dem Hafen Rapperswil begrüssten die beiden privaten Personenschiffe Schloss Rapperswil und Obersee das MS Pfannenstiel mit ihren Sirenen. Während der ganzen Jungfernfahrt erwiesen immer wieder die lokalen Rettungsdienste mit ihren schnellen Motorbooten dem neuen Schiff ihre Reverenz.
Ganzjähriger Einsatz
Mit dem zweiten Schiff der Albis-Klasse konnten die abendlichen Fahrten im Winter weiter ausgebaut werden. Besonders gefragt war das «Fondue-Schiff». In der Milleniumsnacht, dem Wechsel in das 21. Jahrhundert, war die «Pfannenstiel» erstmals als Silvesterschiff auf dem See unterwegs. Ein damals neues Angebot, das inzwischen zur Selbstverständlichkeit geworden ist.
Die «Pfannenstiel» ist ganzjährig im Einsatz auf der Kleinen Rundfahrt und kommt hie und da mal bei Schiffsausfällen auf der Längsroute zum Fahren. Ein Umbau auf ein reines Elektro-Motorschiff ist in Planung und soll im Winter 2025/26 realisiert werden.