Die vom Verwaltungsrat der URh 1995 verabschiedete Strategie sah vor, sich auf den Kursverkehr zu konzentrieren. Damit im Sommerfahrplan vier grosse Schiffe eingesetzt werden können, wurde 1997 eine weitere Einheit nach dem Vorbild der «Arenenberg» bestellt.
Gleich sechs Bauwerften bemühten sich um den Auftrag. Neben der ÖSWAG in Linz waren die Deggendorfer Werft an der Donau, die Meidericher Schiffswerft in Duisburg, die Deutschen Binnenwerften GmbH in Berlin und der Schiffsservice Oberwinter in Remagen im Rennen. Aber der bisherige «Hoflieferant», die Bodan-Werft, bekam im Oktober 1997 den Auftrag ein neues Schiff für 4,5 Mio. Franken zu erstellen.
Auf Grund der damals neuen Vorschriften für den Bau und Betrieb von Fahrgastschiffen des Bundesamtes für Verkehr, Bern, musste das neue Schiff mit dem abgesenkten Salonboden als Doppelhüllenschiff gebaut werden. Damit wurde von der beschränkten Gesamtbreite von 9,4 Metern 60 Zentimeter für die Erhöhung der Sicherheit verwendet.
Name des Schiffes
Wie immer war die Namensvergabe für die neue Einheit eine heikle Aufgabe für den Verwaltungsrat. So stellten Diessenhofen, Mammern und Steckborn den Antrag, das Schiff auf ihren Namen zu taufen. Auch der Name Hohenklingen wurde ins Spiel gebracht. Aber schlussendlich wurde der Neubau am Sonntag, 28. Juni 1998, auf «Munot» getauft.
Das Schiff
Mit seiner Länge von 47,0 Meter und seiner Breite von 9,4 Meter kann die «Munot» 580 Fahrgäste mitnehmen. Die Besatzung hat aus einem Schiffsführer, einem Matrosen/Motorenwart und zwei weiteren Matrosen zu bestehen. Bei Sonderfahrten wird ein Matrose weniger benötigt. Zwei Dieselmotoren MTU 8V2000 M60 treiben zwei Schottel-Ruder-Propeller an und erlauben eine Geschwindigkeit bis zu 25 km/h.
Gegenüber den anderen grossen URh-Einheiten weist die «Munot» auf dem Vordeck eine Reling auf. So ist dem sitzenden Fahrgast auf dem Vorschiff die Sicht nach vorne frei. Viel Raum wurde dort auch für den Transport von Fahrrädern geschaffen. Entgegen der ursprünglichen Absicht erhielt das Schiff nach Schleppversuchen mit einem Modell einen Wulstbug, was zu einer kleinen Budgetüberschreitung führte.
Im Salon vermitteln die tief liegenden grossen Fenster Nähe zum Wasser. Die Rückwand des Salons wurde durch den Künstler Erwin Gloor gestaltet. Der Wandschmuck zeigt das Wahrzeichen der Stadt Schaffhausen, die Festung Munot, als Spiegelbild im Wasser.
Zuverlässig
Mit einer Ausnahme wurden keine Pannen vom MS Munot bekannt. Am Freitagabend, 1. September 2006, erlitt eine Hydraulikpumpe einer der beiden Schottelsteuerungen Totalschaden. Die Kursfahrt konnte ohne Probleme beendet werden, jedoch musste das Schiff einige Tage aus der Fahrt genommen werden. Die Ersatzteile, Sonderanfertigungen für die «Munot», mussten in Padua/Italien bestellt werden!
Das MS Munot hat sich im Betrieb sehr gut bewährt und wird auf Kurs. Extra- und Themenfahrten gleichermassen geschätzt.
In nächster Zukunft soll die «Munot» auf einen hybriden Antrieb umgebaut werden.