MS Mouette – Lac de Neuchâtel

Die neue «Mouette» befindet sich hier in ihrem Heimathafen Neuchâtel.(Archiv Robert Knöpfel)
Die neue «Mouette» befindet sich hier in ihrem Heimathafen Neuchâtel.
(Archiv Robert Knöpfel)

Am 3. August 1938 werden bei der deutschen Bodan-Werft zwei baugleiche Motorschiffe des Typs «Munot» vom Untersee und Rhein (URh) bestellt. Die Schiffe haben eine Länge von 34,00 Meter und eine Breite von 6,20 Meter (jeweils über alles). Angetrieben werden die Schiffe durch je einen Sulzer-Motor des Typs 6 RKW N21 auf je einen Zeise-Festpropeller. Die Motorenleistung beträgt 275 PS.

 

Der Stapellauf der «Cygne» findet am 20. Juni 1939, derjenige der «Mouette» am 19. August 1939, also kurz vor dem deutschen Überfall auf Polen, statt. 1940 stehen die beiden Dieselmotorschiffe in vollem Schwung mit 269 und 226 Einsatztagen und legen dabei 24’043 und 15’471 Kilometer zurück. Der Zweite Weltkrieg hat bald eine extreme Knappheit an flüssigem Triebstoff zur Folge, sodass die Motorschiffe, wie auch der Strassenverkehr, praktisch lahmgelegt werden.

 

Im Laufe der Jahre

Nach dem Krieg übernehmen die Diesel-Zwillinge endlich (die vorgesehene) Hauptlast des Verkehrs und erreichen bald Rekordzahlen, wie zum Beispiel die «Munot» 1953 mit 344 Diensttagen und 29’499 Kilometern. Bis 1952 werden auch im Winter beide Schiffe für Pendler morgens und abends eingesetzt. Das eine Schiff nach Cudrefin, das andere nach Portalban. Im Sommer ist die die „Mouette“ dem Kurs nach Murten zugeteilt.

 

Im Jahr 2003 wird das Motorschiff Mouette verkauft und nach London überführt. Dabei fährt das Schiff mit eigener Kraft durch den Ärmelkanal. Bei der Albert Bridge in London dient die «Mouette» als Luxuswohnung. Nach einem Verkauf geht das Schiff zurück auf das europäische Festland und wird in Brügge (Belgien) stationiert.