MS Henry-Dunant – Lac Léman

Die Jungfernfahrt führte von Lausanne nach Genf.(Archiv Kurt Hunziker, 27. April 1963)
Die Jungfernfahrt führte von Lausanne nach Genf.
(Archiv Kurt Hunziker, 27. April 1963)

An der ausserordentlichen Generalversammlung der CGN vom 3. Dezember 1960 wird beschlossen, zwei mittelgrosse Doppelschrauben-Motorschiffe zu beschaffen. Beide werden als Schwesterschiffe bei der Bodan-Werft in Kressbronn bestellt.

 

Die neuen Schiffe haben je eine Länge von 50,18 Meter und eine Breite von 9,80 Meter. Angetrieben werden die beiden Doppelschraubenschiffe durch je zwei Saurer-Dieselmotoren mit einer Leistung von je 2×450 PS. 700 Personen können auf den Schiffen bequem mitfahren.

 

Als erstes wird die «Henry-Dunant» am 27. April 1963 eingeweiht. Die Jungfernfahrt beginnt in Ouchy, in Begleitung der mit tausend Schülern aus Lausanne, Vevey, La Tour-de-Peilz und Montreux besetzten Raddampfern La Suisse und Simplon. In Nyon werden die beiden Dampfer durch die dieselelektrischen Motorschiffe Montreux und Italie, aus Genf kommend, abgelöst für die Weiterfahrt nach dieser Stadt. Ab Genf fährt das neue Schiff allein über Yvoire, Thonon und Evian nach Lausanne zurück.

 

Das zweite Schiff, die «Général-Guisan», folgt am 24. März 1964.

 

Namensgeber

Das Motorschiff ist benannt nach Henry Dunant (8. Mai 1828 bis 30. Oktober 1910) einem Schweizer Geschäftsmann und Humanist christlicher Prägung. Während einer Geschäftsreise wurde er im Juni 1859 in der Nähe der italienischen Stadt Solferino Zeuge der erschreckenden Zustände unter den Verwundeten nach einer Schlacht zwischen der Armee Österreichs sowie den Truppen Sardinien-Piemonts und Frankreichs. In der Folge kam es ein Jahr später in Genf zur Gründung des Internationalen Komitees der Hilfsgesellschaften für die Verwundetenpflege, das seit 1876 den Namen Internationales Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) trägt. Im Jahr 1901 erhielt er für seine Lebensleistung den ersten Friedensnobelpreis.

 

Viel unterwegs

Beide Schiffe bewähren sich in der Vor- und Nachsaison in den Hauptkursen, während der Hauptsaison in mittelmässig besetzten Fahrten.

 

Umbau

Im Jahr 2002 wurde zuerst die «Henry-Dunant» einer Generalrevision unterzogen. Die beiden Saurer-Hauptmotoren werden dabei durch zwei MAN D2840LE-Motoren mit je 365 kW (496 PS) ersetzt. Das Schiff erhielt neue ZF-Getriebe und eine neue Fernsteuerung. Es werden zwei neue Generatorengruppen eingebaut, das elektrische Bordnetz wird dabei saniert. Das MS Henry-Dunant erhält einen neuen Anstrich, die Struktur der Schale und der Aufbauten werden generalsaniert. Die Innenausbauten werden umgestaltet und mit neuem Mobiliar versehen. Dabei wird der Salon auf dem Oberdeck vergrössert. Einbau einer Toilette für Behinderte und Verbreiterung.

 

Erinnerung

Beim Erscheinen dieser beiden Schiffe staunten wir Luzerner über die grossen Fenster. Das waren wir uns nicht gewohnt, hatten doch «unsere» Schiffe (MS Rigi, MS Schwyz) eher kleine Fenster, die an die Eisenbahnwagen des Typs EW 2 erinnern. Auch deshalb sind diese beiden Schiffe, die ja mittlerweile auch Oldtimer sind, sehr beliebt.

 

Das MS Henry-Dunant ist nach wie vor viel im Einsatz und dient auch als Ersatz, wenn eines der grösseren Einheiten ausfällt. Ein Umbau zum «Grenzgängerschiff» (wie dies bereits das MS Général-Guisan erhalten hat) ist geplant. Unsere Homepage veröffentlicht regelmässig die Einsätze der Genfersee-Schiffe.

 

Zusätzliche Informationen über das MS Henry-Dunant.