MS Felix - Zürichsee

Das Limmatboot Felix ist hier auf der Limmat unterwegs.(Foto ZSG)
Das Limmatboot Felix ist hier auf der Limmat unterwegs.
(Foto ZSG)

In diesem Jahr kommen die Schwesterschiffe des Limmatschiffes Turicum aus Kressbronn nach Zürich. Alle drei Schiffe haben die gleichen technischen Daten: Sie sind 19.40 Meter lang und 3.80 Meter breit (jeweils über alles) und haben eine Motorenleistung (zwei MWM-Dieselmotoren) von zweimal 79 PS wirkend auf zwei Schottel-Ruderpropeller. Die Tragkraft beträgt je 51 Personen.

 

Namensgebung

Felix (und Regula) sind zwei der der Zürcher Stadtpatrone und Heilige der Koptisch orthodoxen und der Römisch-katholischen Kirche. Laut einer Legende des Frühmittelalters starben sie bei der diokletianischen Christenverfolgung als Märtyrer. Der dritte Stadtpatron, Exuperantius, ist dagegen erst seit dem 13. Jahrhundert als Figur in der Legende der Heiligen Felix und Regula überliefert.

 

Inbetriebnahme

In der Nacht vom 21. auf den 22. April 1993 kam das zum MS Turicum baugleiche Schiff vom Boden- auf den Zürichsee. Bereits einen Tag später, am Freitag, 23. April, wurde das neue Limmatschiff zusammen mit dem dritten bei der Bodan-Werft in Kressbronn erbauten Boot getauft. Es erhielt den Namen Felix. Die Taufpatin Ruth Genner, Präsidentin der kantonsrätlichen Verkehrskommission, benötigte zwei Anläufe, bis die obligate Champagnerflasche am Fender des Neubaus zerschellte. Es war dies die erste Taufe für zwei Schiffe zusammen. Nach dem Taufakt begaben sich die drei Limmatschiffe Felix, Regula und Turicum, begleitet von Booten der Seepolizei, auf eine erste gemeinsame Rundfahrt. Sie führte von der Werft in Wollishofen über den Bürkliplatz bis zum Landesmuseum. Von dort kehrten die drei Boote über den Theatersteg und die Fischstube zurück in die Werft. Anfangs Mai nahmen die drei Limmatboote ihre fahrplanmässigen Kursfahrten auf.

 

Im Laufe der Zeit

Am 10. Mai 1995 versagten die beiden voneinander unabhängigen Antriebssteuerungen der beiden Schottel beim Durchfahren der Walchebrücke. Das Limmatschiff kollidierte seitlich mit dem Bug mit der Ufermauer. Die «Felix» konnte bei einem Mauervorsprung an einer Sicherheitskette festgebunden werden. Ein Versuch, die Steuerung vor Ort wieder funktionstüchtig zu machen, scheiterte bei einer kurzen Probefahrt. Das Boot musste von einem weiteren Limmatschiff abgeschleppt werden. Dabei sicherte ein Polizeiboot das Heck der «Felix», damit es nicht ausscheren konnte. Selbst Spezialisten der Firma Schottel konnten die Ursache der Störungen nicht feststellen.

 

Im Laufe der Jahre mussten die Fahrten auf der Limmat bei Hochwasser zeitweise eingestellt werden. Dies nicht, weil die Brücken nicht mehr unterfahren werden können, sondern weil die Strömung in der Limmat zu stark ist. Steigt der Pegel des Zürichsees, muss beim Wehr am Platzspitz mehr Wasser abgelassen werden, was die Strömung verstärkt. Die Limmatboote verkehren dann nur im unteren Seebecken und wenden beim Bürkliplatz. 2012 musste erstmals die Limmatschifffahrt wegen Niedrigwasser eingestellt werden.

 

Ausser Dienst

Das Limmatschiff Felix wurde im Jahr 2023 ausser Dienst gestellt und an das deutsche Unternehmen Osteestaal in Stralsund verkauft.