MS Brunnen – Vierwaldstättersee

Zusammen mit dem MS Flüelen fand die Jungfernfahrt am 1. Februar 1991 statt, die Taufe erfolgte bei der Tellskapelle.(Foto Anton Räber)
Zusammen mit dem MS Flüelen fand die Jungfernfahrt am 1. Februar 1991 statt, die Taufe erfolgte bei der Tellskapelle.(Foto Anton Räber)

Im Hinblick auf das Jubiläum «700 Jahre Eidgenossenschaft», das rund um den Vierwaldstättersee gefeiert werden soll, lanciert die SGV ein Flotten-Erneuerungsprogramm. Geplant sind drei neue «Allwetter-Motorschiffe» für ca. 300 Personen. Diese sollen, nach 1991, die Motorschiffe Mythen, Waldstätter und Titlis ersetzen. Die drei neuen Schiffe werden bei der Deggendorfer Werft in Bayern bestellt und sollen 11 Millionen Franken kosten.

 

Das Einzelteile des zweiten Schiffes, das, nach einem Publikumswettbewerb, den Namen Brunnen erhält, treffen im April 1990 in Luzern ein. Die Schalenteile werden auf dem Schwimmdock zusammengeschweisst und die dichte Schale in die Schiffbauhalle aufgezogen. Am 6. Juli 1990 wird die «Brunnen» vom Stapel gelassen, die Fertigstellung der Innenausbauten durch die SGV-Schreiner erfolgen auf dem schwimmenden Schiff. Das neue Schiff hat eine Länge von 47.14 Meter und eine Breite von 9.20 Meter (jeweils über alles). Angetrieben wird die «Brunnen» von zwei MAN-Dieselmotoren mit einer Leistung von je 260 kW. Es folgen ausgiebige Test- und Instruktionsfahrten ist doch das Schiff mit einem Ruder-Propeller-Antrieb ausgerüstet. Die Jungfernfahrt findet, zusammen mit dem dritten Schiff, am 1. Februar 1991 statt.

 

Von aussen sind die drei Schiffe praktisch identisch: Das MS Weggis besitzt am Oberdeckaufbau zwei blaue Zierstreifen, das MS Brunnen zwei blaugrüne Streifen und die «Flüelen» zwei grüne Streifen. Diese verschwinden im Jahr 1998. Als Besonderheit haben alle drei Schiffe die Wappen der namensgebenden Gemeinde am Steuerhausdeck. Ebenso weichen die «Brunnen» und «Flüelen» mit einer leichter gestalteten Front (bei der Rondelle») vom MS Weggis ab.

 

Als Besonderheit trägt das MS Brunnen den Schiffsnamen in der Mitte des Schiffes, was beim Publikum nicht gut ankommt («Fährt das Schiff nicht nach Alpnachstad?») und bald verändert wird. Und für Freunde der Dampfschiffe ist sicher erwähnenswert, dass sich die Glocke der «Helvetia» am Bug befindet.

 

Anders als die «Truppentransporter» Waldstätter (II) und Titlis bestechen die neuen Schiffe durch einen qualitativ hochstehenden Ausbau des Innenausbaus. Dieser ermöglichte es, mehr Gastronomieleistungen zu lancieren.

 

Das Mittagsschiff und die Sonnenuntergangsfahrt wird anfangs der 1990er Jahre durch die «Brunnen» ausgeführt. Das neue Mittagsschiff bietet einen Service vom Feinsten: Auf einem Wagen wird das Fleisch zum Kunden gefahren und an Ort und Stelle tranchiert. Auf der Sonnenuntergangsfahrt, die häufig ausverkauft ist, sind, bei der SGV neuartige, à-la-carte Menus (Fisch-Chnusperli…) im Angebot. Den Grund, dass diese Fahrten allermeist mit dem MS Brunnen ausgeführt werden, ist der Tatsache zu verdanken, dass die Küche des Schiffes mit zwei Fritteusen ausgestattet ist… Dank diesen drei Schiffen wurde auch die Winterschifffahrt zu einem grossen Erfolg.

 

Das MS Brunnen wurde auserwählt auf dem VSSU-Jugendbillett die SGV zu vertreten.

 

1998 (MAN-Diesel) und 2015 (Scania-Diesel) werden die originalen Motoren ersetzt. Ein neue Innenraumgestaltung ist in Planung.

 

Die drei Panorama-Schiffe Brunnen, Flüelen und «Weggis» haben sich als «Arbeitstiere» bis heute bewährt und finden nach wie vor grossen Anklang.

 

Mehr Informationen über das MS Brunnen

 

Einsatz des MS Brunnen