Im August 1932 wurde die Zürichseefähre Horgen-Meilen AG gegründet, und als die nötigen finanziellen Mittel bereitstanden, konnte das Projekt von Julius Ott realisiert werden. Der Auftrag zum Bau einer Fähre wurde nach einigem Hin und Her der unbekannten Firma H. Vogt-Gut in Arbon gegeben. Dies, weil aufgrund der schlechten Wirtschaftslage eine Schweizer Firma berücksichtigt werden sollte. Anfang 1933 standen die einzelnen Quersektionen zum Abtransport nach Obermeilen bereit. Ende Februar begann man mit dem Zusammenbau der Fähre und am 20. Mai 1933 fand der Stapellauf statt. Gleichentags wurde das Schiff auf den Namen Schwan getauft.
Die neue Fähre hat eine Länge von 33.5 Meter und eine Breite von 8.0 Meter (jeweils über alles). Der Antrieb besteht aus zwei SLM-3-DN-24-Dieselmotoren auf 4 Zeise-Altona-Schrauben mit einer Leistung von 2×100 PS. Es können 10-15 Personenwagen und insgesamt 50 Personen befördert werden.
Im Laufe der Zeit
Nach zahlreichen Probefahrten, die nicht befriedigten, konnte das Schiff erst am 4. November 1933 den fahrplanmässigen Verkehr aufnehmen. Bereits das erste Betriebsjahr verlief erfolgreich, konnte doch die Fähre-Gesellschaft einen kleinen Gewinn an die Aktionäre ausschütten.
Man merkte schnell, dass die «Schwan» nicht von einer professionellen Werft gebaut worden war. So zeigte sich das Schiff wegen seiner Rumpfform unberechenbar beim Fahren auf gerader Strecke und bei den Stationszufahrten. Mit den Jahren mussten zahlreiche Arbeiten am Schiff ausgeführt werden. 1956 wurden zum Beispiel die Treibstofftanks neu abgedichtet, denn bei Regenwetter drang Wasser in die löchrigen Tanks ein, was zu Motorenausfällen führte.
Ausser Dienst
Das erste Fährschiff auf dem Zürichsee wurde Ende 1969 ausser Dienst gestellt. Nach einem Gastspiel als Sand- und Kiestransporter wurde die «Schwan» abgebrochen. Als Andenken wurde eine Schiffsschraube an der Stationsanlage aufgestellt, die andere ziert die Fassade des Betriebsgebäudes in Horgen.