Ab 1974 kam es zeitweise vor, dass die Kapazität des Fährschiffes Schwan nicht mehr genügte. Am 16. Juni 1978 beschloss die Aktionärsversammlung einen Kredit von 3,91 Millionen Franken für den Kauf eines neuen, zweiten Fährschiffs. Die Bodan-Werft in Kressbronn am Bodensee erhielt den Auftrag. Im Vertrag zwischen Werft und der FHM wurde ein Preis von 3,895 Millionen Deutsche Mark abgemacht. Mit dem zweiten Fährschiff war die Fähre Horgen-Meilen (FHM) in der Lage, in den Stosszeiten am Morgen und Abend einen Viertelstundentakt einzuführen. So wurde das Schiff gegenüber der «Schwan» um 3,5 Meter auf 48,5 Meter verlängert. Die Zuladungskapazität konnte dadurch um 20 Tonnen erhöht werden. Nach dem provisorischen Zusammenbau in Deutschland wurden am 2. Mai 1979 die neun Sektionen der neuen Fähre über den Bodensee nach Romanshorn überführt und auf einem Tiefladewagen zur ZSG-Werft in Zürich Wollishofen befördert. Gleich nach der Ankunft am 3. Mai begann der Zusammenbau.
Die «Meilen» ist 48.50 Meter lang und 12,22 Meter breit (jeweils über alles), angetrieben wird die neue Einheit durch zwei 2 MWM-D-602-Zwölfzylinder-Dieselmotoren auf 2 Voith-Schneider-Propeller mit einer Leistung von 2 x 450. 40 Personenwagen finden auf der Fähre Platz. Die Zuladung beträgt 300 Personen.
Im Laufe der Zeit
Mit der zweiten Einheit musste ein zweiter Fähre Standort geschaffen werden. Dieser entstand neben der bestehenden Anlage. Am 2. Mai 1979 wurde die Fähre von Elisabeth Richi, der Tochter des damaligen Verwaltungsratspräsidenten, auf den Namen Meilen getauft.
Erstmals erhielt ein Fährschiff der FHM ein Wappen, dasjenige der Gemeinde Meilen. Zudem brachte man bei der «Meilen» einen gelben Erkennungsstreifen an, die «Schwan» wurde rot gekennzeichnet. Die Unterscheidung der beiden Fähren war vor allem für die Schiffsführer der Zürichsee Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) wichtig, weil sie mit diesen in häufigem Funkkontakt standen.
Nach der Abnahme durch das Bundesamt für Verkehr (BAV) konnte die Jungfernfahrt am 1. September 1979 stattfinden. Am Oktober 1979, nach einer Schalenrevision der «Schwan», konnte der Betrieb mit zwei Schiffen eingeführt werden. Die beiden Fährschiffe waren zwischen 6.15 Uhr und 9 Uhr sowie zwischen 16 Uhr und 20 Uhr sowie an Sonntagnachmittagen gemeinsam im Dienst.
Bis Ende 2017 hat die Fähre Meilen treue Dienste geleistet. Es trafen viele Ideen für eine Weiternutzung der alten Fähre Meilen bei den Verantwortlichen der FHM ein. Diese scheiterten jedoch allesamt am fehlenden Standplatz. Ein Verkauf für eine Weiternutzung ist aus Kosten gründen gescheitert, denn das Schiff müsste demontiert und wieder zusammengebaut werden. Mit Ausnahme eines Schiffsführerstandes und eines Voith-Schneider-Antriebs bzw. kleiner Teile wurde die alte Fähre Meilen schliesslich entsorgt. Der Führerstand und der Voith-Schneider-Antrieb ist dem Verkehrshaus übergeben worden. Diese Teile sind im Laufe des Jahres 2019 in die Schifffahrtshalle integriert worden.