1996 stellten die Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB) zusammen mit der Schweizerischen Bodensee-Schifffahrtsgesellschaft (SBS) ein neues Motorfährschiff in Dienst, das nach einem Namensgebungswettbewerb, im Sinne der Europäischen Annäherung, den Namen Euregia erhielt.
Die Bodan-Werft in Kressbronn erbaut für die SBS und die BSB ein Fährschiff, das 60, 00 Meter lang und 13,44 Meter breit ist (jeweils über alles). 2 Voith-Schneider-Propeller werden von 4 Dieselgeneratoren der Firma MTU mit je 455 kW angetrieben, die Fähre kann 50 Autos resp. 700 Personen befördern. Am 29. Juni 1996 findet die Jungfernfahrt statt, anschliessend wird das Schiff für den kommerziellen Verkehr eingesetzt.
Dieses Fährschiff ergänzt den Fährverkehr von Friedrichshafen nach Romanshorn, der bis dahin von der schweizerischen Fähre Romanshorn und der deutschen Fähre Friedrichshafen (ex «Rorschach») bewältigt wurde.
Die MF Euregia, das über einen grosszügigen Salon verfügt, und ein modernes Aussehen aufzuweisen hat, kann auch für Veranstaltungen gechartert werden.
Im Laufe der Zeit
Am 15. September 2007 gerät einer der Elektromotoren in Brand. Die MF Euregia, die gerade in Friedrichshafen zu einer Charterfahrt ablegen will, wird evakuiert. Es entsteht beträchtlicher Sachschaden. Die Fähre kann wenige Tage später wieder eingesetzt werden.
Am 27. Juni 2017 kann die MF Euregia nach einem Motorschaden nicht mehr in Friedrichshafen anlegen. Nachdem der Schaden zunächst nicht repariert werden kann, werden die Fahrgäste von der MF Friedrichshafen übernommen, welche die Kurse der «Euregia» nach Romanshorn übernimmt. Die MF Euregia kehrt am selben Tag aus eigener Kraft in den Hafen von Friedrichshafen zurück.
Im Winter 2017/2018 erfolgt eine Landrevision in der Werft in Romanshorn.
Ausser Dienst
Am 1. Oktober 2024 geben die Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB) sowie die Schweizerische Bodensee-Schifffahrtsgesellschaft (SBS) die Ausmusterung von MF Euregia im November 2024 bekannt. Die Fähre soll am 15. November 2024 zum letzten Mal im Kursverkehr zwischen Friedrichshafen und Romanshorn im Einsatz sein. Grund sind die notwendigen, umfangreichen Modernisierungsarbeiten vorallem an der Antriebsanlage für welche Kosten von mehr als 2,5 Millionen Franken kalkuliert werden. Diese sind aufgrund der im Vergleich zu den älteren Fährschiffen deutlich höheren Betriebskosten, sowie der rückläufigen LKW- und PKW-Transporte nicht wirtschaftlich. Im Jahr 2025 soll MF Euregia nochmals für Charterfahrten als Partyboot unterwegs sein. Sollte sich keine anderweitige Verwendung ergeben, soll das Schiff im Winter 2025/2026 zurückgebaut werden.
Gleichzeitig wir der Winterfahrplan auf der Strecke Romanshorn-Friedrichshafen-Romanshorn für den Fährbetrieb auf einen Zweistunden-Takt verdünnt. In der jeweiligen anderen Stunde übernehmen Personenschiffe der SBS und der BSB die Kurse. Somit ist der Stundentakt weiterhin gewährleistet.
Neuer Verwendungszweck
Am 26. November 2025 teilte die SBS in einer Medienmitteilung folgendes mit:
«Ein Zukunftsentscheid für den Bodensee: Die Schweizerische Bodensee-Schifffahrt übernimmt die MF EUREGIA vollständig.
Die Schweizerische Bodensee-Schifffahrt AG (SBS) übernimmt den 50-Prozent-Anteil der Bodensee-Schiffsbetriebe GmbH (BSB) an der MF EUREGIA und ist damit neu Alleineigentümerin des Schiffes.
Die Aktionäre sowie der Verwaltungsrat der SBS AG haben sich in den vergangenen Monaten intensiv dafür eingesetzt, die Anteile der deutschen Schifffahrtsgesellschaft zu übernehmen – mit dem klaren Ziel, eine drohende Verschrottung zu verhindern und den Erhalt des traditionsreichen Schiffes am Bodensee langfristig zu sichern.
Die MF Euregia wird nie mehr im Fährbetrieb eingesetzt. Stattdessen wird sie künftig – stationär oder langsam gleitend über den Bodensee- als schwimmender Ort für Begegnung, Genuss und Veranstaltungen eine neue Rolle übernehmen.
Vorstellbar ist eine vielseitige Nutzung – von Firmenanlässen über Kulturveranstaltungen bis hin zu kulinarischen Formaten. Auch ein Einsatz als schwimmende Seebühne ist denkbar – sei es im gemütlichen Langsamverkehr oder fest vertäut im Heimathafen Romanshorn.
Mit diesem Entscheid bleibt die MF Euregia dem Bodensee erhalten – Zumindest so lange, wie sie schwimmen mag.»