1875 wird die Arth-Rigi-Bahn (ARB) eröffnet und damit steigt die Anzahl der Schiffsreisenden auf dem Zugersee. Die Bergbahn bestellt bei Escher Wyss in Zürich einen Salondampfer mit dem Namen Helvetia. Noch bevor das Schiff in Fahrt kommt, übernimmt die damalige Schifffahrtsgesellschaft des Zugersees den Neubau. An den Baukosten von 160’000 Franken beteiligt sich die Arth-Rigi-Bahn mit 60’000 Franken.
Erfolgreich
Die Probefahrt, damals wurde die Jungfernfahrt so bezeichnet, erfolgt am 29. Juli 1876. Zusammen mit dem Dampfer Stadt Zug wird bis 1882 die Schifffahrt auf dem Zugersee erfolgreich betrieben. Danach konkurrenziert die Eisenbahn entlang des Südwestufers des Zugersees die Schifffahrt.
Umzug
Zwischen 1876 und 1896 ist das Dampfschiff als Flaggschiff Helvetia auf dem Zugersee in Betrieb. Im Hinblick auf die Fertigstellung der Bahnlinie Zug – Arth-Goldau zum 1. Juli 1897, womit der Zugersee vollständig von Bahnlinien umschlossen ist, verzichtet die DGV – als seit 1. Juli 1884 betriebsführende Gesellschaft für den Zugersee – auf eine Erneuerung der Konzession für die dortige Schifffahrt. Sie beschliesst, dass nun überzählig gewordene Schiff auf den Vierwaldstättersee zu dislozieren.
DS Winkelried
1897 wird das Schiff in Zug demontiert, die Schale in Buonas an Land gezogen, in zwei Teile getrennt und nach Luzern überführt. Das Schiff wird dort umgebaut. Die technischen Daten lauten: Länge 47.50 Meter und Breite 11.60 Meter (jeweils über alles); die schrägliegende 2-Zylinder-Nassdampf-Zweifachexpansionsanlage, leistet 250 PSi. Das neu als «Winkelried» bezeichnete Schiff kann 600 Personen befördern.
Ideale Ergänzung
Auf Grund seiner Grösse ergänzt es die beiden Luzerner Raddampfer Gotthard und Pilatus während Jahrzehnten ideal. 1906 wird der offene Fahrstand auf dem Oberdeck durch ein geschlossenes Steuerhaus ersetzt. Im Winter 1923 muss der Hochdruckzylinder erneuert werden. Ausser zwei Havarien im Jahr 1929 sind keine Pannen der «Winkelried» bekannt.
Ausser Dienst
Nach der Inbetriebnahme der beiden Motorschiffe Waldstätter und Titlis reduzieren sich die Einsätze des Dampfers. Am 5. September 1954 fährt der Dampfer, nach fast zwei Millionen Kilometer Fahrleistung, zum letzten Mal.
1961 werden die Aufbauten, Kessel und Dampfmaschine abgewrackt und die Schiffsschale an Privat verkauft. Die Schale dient als Rammschiff beim Bau der Lopper-Autobahn (N2/A2).