DS Winkelried (I) - Lac Léman

Um das Jahr 1830 befindet sich das Dampfschiff Winkelried hier vor Ouchy. (PTT-Museum)
Um das Jahr 1830 befindet sich das Dampfschiff Winkelried hier vor Ouchy (Lausanne).
(PTT-Museum)

Nach dem Erfolg der «Guillaume Tell» wird am 15. August 1823 in Genf eine zweite konkurrierende Gesellschaft zum Betrieb eines Dampfschiffes gegründet. Die «Enterprise de Winkelried» kauft, ebenfalls bei Mauriac in Bordeaux, ein Schiff, das wesentlich grösser als die «Guillaume Tell» ist. Die Dampfmaschine stammt ebenfalls aus England, und zwar von der Firma Joseph Miller aus London. Der Zusammenbau des von der neuen Gesellschaft im Vorjahr bestellten Raddampfers beginnt anfangs 1824 und wird durch Henri Dufour überwacht, der, während dem Sonderbundskrieg 1847 General der Schweizer Armee wird.

 

Der zweite Dampfer
Das neue Dampfschiff erhält den Namen Winkelried. Es wird, nach der «Guillaume Tell», wieder ein Schweizer Nationalheld gewürdigt, nämlich den Nidwaldner Arnold von Winkelried. Er soll am 9. Juli 1386 bei der Schlacht bei Sempach, Kanton Luzern, ein Bündel Lanzen der habsburgischen Ritter gepackt und, sich selbst aufspiessend, den Eidgenossen eine Bresche geöffnet haben. Sein Opfer soll der Schlüssel zum eidgenössischen Sieg gegen die Habsburger unter Herzog Leopold III. gewesen sein.

 

In Frankreich erbaut
Die «Winkelried» wird von Mauriac in Bordeaux erbaut und hat eine Länge von ca. 30.50 Meter und eine Breite von ca. 9.50 Meter. Der Dampfer besitzt vermutlich eine Niederdruck-Balancier-Maschine mit einer Leistung von 30 PSnom und kann 300 Personen befördern. Der Stapellauf erfolgt am 14. Juli 1824. Im Jahr 1832 erhält die «Winkelried» eine völlig neue hölzerne Schale sowie neue Kessel.

 

Das Schiff wird 1842 ausser Betrieb gestellt und abgebrochen.