DS Valais (I) – Lac Léman

Nach der Inbetriebnahme präsentierte sich die «Valais» in diesem Zustand.(Archiv Didier Zuchuat)
Nach der Inbetriebnahme präsentierte sich die «Valais» in diesem Zustand.
(Archiv Didier Zuchuat)

Am 18. September 1913 nimmt das von den Gebr. Sulzer gebaute Dampfschiff Valais den Betrieb auf. Das mit einer Länge von 63,00 Meter und einer Breite von 14,30 Meter erbaute Schiff ist mit einer schrägliegenden 2-Zylinder-Heissdampfverbundanlage ausgerüstet, diese hat eine Leistung bei voller Geschwindigkeit von 900 PSi. Die «Valais» kann 1’100 Personen mitnehmen.

 

Keine grossen Änderungen

Die Silhouette des Dampfschiffes veränderte sich während der Dienstzeit kaum. Im Frühling 1939 wurde der Kamin beige gestrichen, der charakteristischen Farbe der Léman-Dampfer.

Nach einem intensiven Einsatz, vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg, zeigen sich anfangs der 1960er Jahren Alterserscheinungen. Auf Saisonende des Jahres 1962 wird die «Valais» schliesslich ausrangiert.

 

Stationsgebäude

Bei der Station Jardin-Anglais in Genf fehlt schon längere Zeit ein «richtiges» Stationsgebäude. Ab 1966 nimmt die umgebaute «Valais» diese Funktion wahr: Billettschalter, Club, Bar und Restaurant sind auf einem Schiff vereint. Leider wurde die Maschine ausgebaut. Die «Valais» wird auch ihres Namens beraubt: Anstelle des Schiffnamens prangen die drei Buchstaben «C G N» auf dem Radkasten.

 

Erinnerungen

In den 1970er Jahren ass man gut und gepflegt im ehemaligen Erstklass-Salon der «Valais». Nur war der Lärm, kommend von der Bar in der Kajüte des Schiffes, sehr störend für ein Tête-à-Tête… Ebenso, wenn man draussen sass, hier war es der Lärm vom Autoverkehr auf der Pont du Mont-Blanc. Durch einige Pächterwechsel auf dem Schiff, als Auswärtiger wusste man nie, ob das Schiff geöffnet war oder nicht, zerfiel das Schiff immer mehr.

 

Abbruch

Schliesslich kam im Jahr 2003 das Ende. Das MS Léman schleppte die «Valais» zum Abbruch in die Lausanner Werft. Doch etwas ist erhalten geblieben: 2000/2001 wurde ein Teil des Holztäfers des Salons auf die «Montreux» übertragen, diese wurde damals generalsaniert und mit einer neuen Dampfmaschine ausgestattet.

 

In der Ausgabe 172 der Dampferzeitung erschien ein Artikel «Vor hundert Jahren».