DS Montreux; ab 1962 Motorschiff,
ab 2001 Dampfschiff – Lac Léman

Frühe Aufnahme, Ansichtskarte abgestempelt am 22. Mai 1904, der «Montreux».(Archiv Kurt Hunziker)
Frühe Aufnahme, Ansichtskarte abgestempelt am 22. Mai 1904, der «Montreux».
(Archiv Kurt Hunziker)

Am 12. Mai 1904 wird die von den Gebr. Sulzer erbaute «Montreux» dem Betrieb übergeben. Der Dampfer hat eine Länge von 63,00 Meter und eine Breite von 14,30 Meter (jeweils über alles). Die schrägliegende 2-Zylinder-Heissdampfmaschine leistet bei Höchstgeschwindigkeit (28,70 km/h) 1000 PSi. Die neue, sehr stabile Einheit, kann 1’100 Personen befördern.

 

Salon

Gemäss der Zeitschrift La Patrie Suisse aus der Zeit des Baus: «Das Schiff ist äusserst geschmackvoll in der Art des Jugendstils verziert. Als Emblem wurde die Narzisse gewählt. Das Holzwerk ist in Mahagoni ausgeführt und die geblümten Paneele sind das Werk von Joseph Mittey, Professor in Genf. Das übrige Holzwerk und die Scheiben wurden in Lausanne hergestellt (Übersetzung).

 

Umbau

1958 wird der Umbau zu einer dieselelektrischen Einheit beschlossen. Die «Montreux» erhält einen aufgeladenen Sulzer 8-Zylinder-4 Takt-Dieselmotor, der elektrische Teil stammt von Sécheron. Auch das Erscheinungsbild ändert sich: ein Schuhkarton-ähnliches Steuerhaus und ein eckiger Kamin lassen das Schiff als hässlich erscheinen, zudem wird der Salon im Ikea-Stil «modernisiert». 1962 wird das MS Montreux wieder in Dienst genommen; es erhält den Heimathafen Genf. Das Schiff wird sofort als ausgezeichnete Stütze des Fahrplans angesehen und verkehrt häufig, so auch auf den Pendler-Kursen und im Winter.

 

Erinnerung

Obwohl der Salon nicht zum Essen einlud, hat es in den 1970er- und 1980er Jahren der damalige Wirt Friedmann verstanden, die Kunden mit ausgezeichneten Menus und einer tollen Gastfreundschaft anzulocken.

 

Zurück zum Dampf

Am 4. Oktober 1998 war es dann so weit: Nach einer Fahrt im Haut-Lac stellte der diensttuende Mechaniker Daniel Regamey zum letzten Mal den Dieselmotor ab und wir durften dabei sein! Denn Grosses war im Tun: Der damalige Verwaltungsrat der CGN, unter der Leitung von Edgar Styger (auch Direktor der Montreux-Oberland-Bahn, MOB) wollte alle dieselelektrischen Einheiten mit einem Dampfantrieb versehen. Gelungen ist es nur bei der «Montreux». Seit 2001 verkehrt die «Montreux» wieder als Dampfer mit einer neuen, ferngesteuerten Dampfmaschine. Die Täferungen im Salon der 1. Klasse stammen vom DS Valais, das 2003 abgebrochen wurde.

 

Die «Montreux» ist in den Sommermonaten täglich im Einsatz.

 

Weitere Angaben

 

Dampferfreunde Lac Léman (ABVL)

 

Neue Schiffsdampfmaschinen