DS La Suisse (II) – Lac Léman

Diese Ansichtskarte (abgestempelt am 1. August 1910) zeigt das neue, noch unfertige, Dampfschiff in der Werft.(Archiv Kurt Hunziker)
Diese Ansichtskarte (abgestempelt am 1. August 1910) zeigt das neue, noch unfertige, Dampfschiff in der Werft.
(Archiv Kurt Hunziker)

Im Jahre 1908 wurde der Bau eines neuen Dampfschiffes für den Genfersee beschlossen, welches an Grösse und Komfort alle je auf einem Schweizer See verkehrenden Dampfschiffe übertreffen sollte. Erbaut wurde das Schiff von der Firma Sulzer in Winterthur. Am 30. Mai 1910 lief die «La Suisse» vom Stapel und wurde am 25. Mai desselben Jahres in den Kursdienst aufgenommen. Es kostete damals 586’000 Franken und übernahm von seinem Heimathafen Genf aus die Expressfahrten (Genf-Lausanne-Le Bouveret).

 

Das Schiff hat über das Hauptdeck eine Länge von 73,80 Meter (Gesamtlänge 78 Meter), eine Gesamtbreite von 15,90 Metern und einen mittleren Tiefgang (unbeladen) von 1,68 Metern. Angetrieben werden die zwei Schaufelräder von einer schrägliegenden Zweizylinder-Heissdampf-Verbundmaschine mit einer maximalen Leistung von 1’400 PS. Die ursprüngliche Kapazität betrug 1’500 Passagiere. Seit der letzten Renovation beträgt die Kapazität des Schiffes 850 Personen, davon 254 Restaurantplätze.

 

Chronik

Zwischen 1940 und 1948 ist die «La Suisse» infolge der Kriegswirren ausser Dienst, wird jedoch gut unterhalten. Nach der Wiederinbetriebnahme 1950 erhält sie als Heimathafen Genf. Diesen behält sie bis 1974 bei.

 

Seit 1960 wurden die ursprünglichen Dampfkessel nicht mehr mit Kohle, sondern mit Schweröl beheizt. Gleichzeitig wurde das Schiff teilweise umgebaut. Wegen Kesselschäden musste die La Suisse Ende 1968 provisorisch ausser Dienst gestellt werden, bis die alten Dampfkessel zusammen mit einer Grossrenovation des gesamten Schiffes in den Jahren 1970/1971 durch einen neuen Dampfkessel ersetzt wurden.

 

1999 wurde der Brenner des Kessels ersetzt und auf leichtes Heizöl umgestellt

 

Zwischen 1975 und 1999 ist das Flaggschiff in Lausanne stationiert und führt auch von dort aus eine Mittagsrundfahrt aus. In den Jahren 2000 bis 2006 war der Heimathafen in Genf.

 

Generalrenovation

Am 16. und 17. September 2007 veranstaltete die CGN noch zwei spezielle Fahrten vor der temporären Ausserbetriebnahme.

 

Die «La Suisse» wurde zwischen November 2007 und April 2009 umfassend restauriert.

 

Im Vorfeld der Arbeiten wurde eine Messung der Dicke der gesamten Struktur des Schiffes durchgeführt. Die am stärksten korrodierten Bereiche wurden markiert. 15% der Originalbleche wurden ausgetauscht, was für ein hundert Jahre altes Schiff nicht viel ist.

 

Die Dampfmaschine wurde ebenso wie der Kessel einer Verjüngungskur unterzogen. Die wichtigsten Etappen des Projekts waren: Trockendock, Ausbau der Inneneinrichtung, Demontage der Decks, Sandstrahlen des Rumpfes von aussen und innen, Neuverputzen des Kessels, Ausbauarbeiten und schliesslich das Anbringen des festen Zelts.

 

Die Arbeiten im Zusammenhang mit der Wiederherstellung des patrimonialen Aussehens des Schiffes, das so nahe wie möglich an seinem ursprünglichen Zustand ist, werden unter der Leitung der Association Patrimoine du Léman (APL) und der Aufsicht des Denkmalpflegers des Kantons Waadt durchgeführt.

 

Diese ermöglichten es der La Suisse unter anderem, ihre Bug- und Heckfiguren sowie ihr historisches Einsatzboot wiederzuerlangen.

 

Mit Einweihungsfahrten am 16. und 17. Mai 2009 feierte die CGN ihr Flaggschiff.

 

Denkmalschutz

Im Juni 2011 wurde die «La Suisse» zusammen mit den anderen Genfersee-Schiffen der Belle Époque vom Regierungsrat des Kantons Waadt aufgrund ihrer historischen Bedeutung unter Schutz gestellt.

 

Einsatz

Nach der Renovation erhielt die «La Suisse» den Heimathafen in Lausanne, wo sie in der Hochsaison bis zu dreimal täglich den Haut-Lac befährt.

 

In der Dampferzeitung 3/2010 ist ein Artikel über das Jubiläum «100 Jahre DS La Suisse» erschienen.

 

CGN

 

Dampferfreunde ABVL