DS La Flèche; ab 1872 DS Ville-de-Genève (I);
ab 1893 DS Guillaume Tell (III) – Lac Léman

Ansichtskarte der «Ville-de-Genève», abgestempelt am 27. Mai 1912. (Archiv Robert Knöpfel)
Ansichtskarte der «Ville-de-Genève», abgestempelt am 27. Mai 1912.
(Archiv Robert Knöpfel)

Das Schiff kam als «La Flèche» für die Société des bateaux à vapeur sur le lac de Neuchâtel in Dienst. Eine stehende oszillierende 2-Zylinder-Niederdruckmaschine sorgte für den Antrieb. Der Dampfer war ca. 38,00 Meter lang und ca. 9,00 Meter breit und konnte 280 Fahrgäste aufnehmen.

 

1862 wurde der Dampfer an die «Société fribourgeoise de navigation» in Estavayer-le-Lac verkauft.

 

Verkauf auf den Lac Léman

1865 kam es erneut zu einem Wechsel, der Dampfer ging in den Besitz der «Société de bateau à vapeur La Flèche de Genève» über. Die «La Flèche» wurde per Bahn an den Genfersee nach Morges transportiert. Nach einem weiteren Besitzerwechsel wurde das Schiff im Jahr 1872 in «Ville-de-Genève» umbenannt, schlussendlich 1875 von der neu gegründeten CGN übernommen und renoviert. Der Dampfer erhielt die Dampfmaschine des Aare-Schleppers Wengi, welche bereits schon von 1865-1873 auf dem DS Mont Blanc (I) auf dem Lac Léman im Einsatz stand. Die «Ville-de-Genève» konnte 1876 ihren Dienst erneut aufnehmen. 1887 war der Zustand des Raddampfers sehr schlecht. Statt eines Abbruchs entschied man sich für eine Totalrevision.

 

Schon wieder eine Umtaufe…

1893 wurde der Raddampfer Ville-de-Genève auf den Namen Guillaume Tell umgetauft. Es war bereits das dritte Schiff mit diesem Namen.

 

…und ein Umbau

Durch die Verlängerung des Rumpfes um 2,90 Meter und die Anhebung des Decks um 30 Centimeter entstand ein Halbsalon-Dampfer. Eine neue 2-Zylinder-Nassdampfmaschine und zwei neue Kessel für 7,5 atü von Escher Wyss & Cie., Zürich erlaubten es, das Schiff 1888 wieder in Fahrt zu nehmen. Die Umbaukosten beliefen sich auf 190‘000 Franken. Nach Abschluss der Arbeiten wurde die Werft der CGN in Morges geschlossen und nach Ouchy verlegt. Die bereits erwähnte Namensänderung auf «Guillaume Tell» erfolgte 1893, offensichtlich im Hinblick auf die Namensgebung für den ein Jahr später bestellten Salonraddampfer Genève.

 

Nach der Jahrhundertwende erschien der Name auf den Radkasten verkürzt auf «Gme. Tell».

 

Einsatz auf dem Léman

Der Dampfer war oft im Lokalverkehr in Genf im Einsatz, legte z.B. in den Jahren 1896 und 1897 mehr als 50’000 Kilometer zurück. Er wurde gut gepflegt und erhielt 1906 ein Dach zwischen den Radkasten mit aufgebautem Steuerhaus.

 

Verkauf auf den Bielersee

Schlussendlich verkaufte die CGN den Raddampfer an die Dampfschiffgesellschaft des Bielersees. Die Dampfmaschine aus dem Jahre 1888 und weitere Teile des Dampfers wurden ins neue Schiff Berna eingebaut. Dieser Raddampfer, wiederum von Escher Wyss & Cie., Zürich erbaut, verkehrte bis 1964 auf dem Bielersee.