Am Mittwoch, 28. Mai 1823 läuft das erste maschinengetriebene Schiff der Schweiz von Stapel. Es erhält den Namen des Schweizer Nationalhelden Guillaume Tell (Wilhelm Tell). Begleitet von unbeschreiblichem Jubel unternimmt es am 18. Juni seine Jungfernfahrt. Ein Augenzeuge berichtet: «Alles eilte herbei und bezeugte durch Geschrei und tausende Demonstrationen seine Überraschung; wenig fehlte, so hätte man über Hexerei gezetert. Manche glaubten, der Teufel einzig könne diese wunderbare Maschine treiben… Man sah auch Schiffer, wie sie dem ‚Wilhelm Tell‘ mit Rudern folgen wollten; aber schon in zwei Minuten liess er sie weit hinter sich».
Der erste Dampfer
Der Raddampfer Guillaume Tell hat eine Länge von ca. 25 Meter und eine Breite von ca. 8 Meter. Die stehende Ein-Zylinder-Niederdruckmaschine (mit Zahnradgetriebe) leistet 12 PSnom und wurde von der Firma Fawcett erbaut. Bei der «Guillaume Tell» besteht die Schale aus Holz. Die Tragkraft beträgt 200 Personen. Der erste Schweizer Dampfer wird anfangs auf der Strecke von Genf nach Ouchy (Lausanne) eingesetzt und verkürzt so die ehemals einen Tag dauernde Reise auf viereinhalb Stunden. Die «Guillaume Tell» ist bis 1836 im Einsatz.
Münze
Zu Ehren des ersten Schweizer Dampfers («Guillaume Tell») wird ein Jahr später, 1824, eine Gedenkmünze geprägt. Die Aufschriften darauf lauten «Non subdita ventis» (Nicht den Winden ausgesetzt) und «Audaces fortuna iuvat» (Dem Mutigen gehört die Welt).