DS Fribourg (I) – Lac de Neuchâtel

Die «Fribourg» im ersten Betriebsjahr.(Archiv Sébastien Jacobi)
Die «Fribourg» im ersten Betriebsjahr.
(Archiv Sébastien Jacobi)

Das Schwesterschiff der «Neuchâtel», das Dampfschiff Fribourg, wird am 4. Februar 1913 vom Stapel gelassen und die Jungfernfahrt findet am 29. April statt. Das Schiff hat eine Länge von 48,50 Meter und eine Breite von 11,00 Meter (jeweils über alles) und ist in Halbsalon-Art von Escher Wyss gebaut worden. Die schrägliegende 2-Zylinder-Heissdampf-Verbundmaschine hat eine Leistung von 350 PSi, der Raddampfer kann 550 Personen befördern.

 

Wenig Einsätze

Im Winter 1951/52 erhält das sparsam eingesetzte Schiff (Kohlenfresser!) eine mehrmonatige Hauptrevision. Zahlreiche Schalenbleche müssen ersetzt werden, die Decks werden fast vollständig ersetzt und der Salon wird aufgefrischt. Leider wird das Dampfschiff Mitte der 1950er Jahre nicht auf Schwerölfeuerung umgestellt. 1960/61 wird die letzte Hauptrevision durchgeführt, die «Fribourg» bekommt in der Küche (endlich) fliessendes Wasser! Mit der Inbetriebnahme des MS Ville-d’Yverdon wird das Dampfschiff Fribourg, mit einer letzten Fahrt am 30. Mai 1965 von Neuenburg nach Yverdon, aus dem Verkehr gezogen.

 

Restaurantschiff

Die Eigentümerfamilie des Restaurants Saint-Louis in Portalban erwirbt den ausrangierten Dampfer. Nach der Überführung der «Fribourg», im Schlepp eines anderen Schiffes von Neuchâtel nach Portalban, wird der Dampfer auf der Strasse zum endgültigen Ziel verbracht. Am 21. Januar 1970 wird der Halbsalondampfer ein zweites Mal, diesmal als Restaurant, eingeweiht. Bis heute erfreut sich der 1913 erbaute Raddampfer als ausgezeichnetes Restaurant seine Besuchenden.

 

In der Ausgabe 174 der Dampferzeitung erschien ein Artikel «Vor hundert Jahren».