DS France – Lac Léman

Die «France» präsentiert sich hier dem Fotografen.(Archiv RTS)
Die «France» präsentiert sich hier dem Fotografen.
(Archiv RTS)

Am 2. Oktober 1885 beschliessen die Aktionäre der Compagnie générale de navigation sur le Lac Léman (CGN) die Beschaffung eines mittelgrossen Raddampfers. Dieses Schiff soll die «Rhône» (I) ersetzen, welche 1883, während eines starken Sturmes vor St-Sulpice von der «Cygne» gerammt und versenkt wurde.

 

Die «France» wird von Escher Wyss gebaut, ist 55.80 Meter lang und 12.50 Meter breit. Die schrägliegende 2-Zylinder-Nassdampfmaschine leistet 715 PSi. 850 Personen finden Platz auf dem Raddampfer. Im Juli 1887 unternimmt die neue mittelgrosse Einheit, «France» genannt, ihre Probefahrten auf. Jedoch ist der Neubau hecklastig und Escher Wyss muss achtern die Konstruktion des Schiffsrumpfs verbessern.

 

Früher Umbau

Als erstes Schiff auf dem Genfersee wird von Anfang an eine elektrische Beleuchtung eingebaut. Noch keine zehn Jahre im Betrieb erfolgt 1894/95 ein erster grösserer Umbau. Auf dem Vordeck wird mit einer Rotonde das Hauptdeck abgeschlossen. Auf dem Oberdeck entsteht ein kleiner markanter Rauchsalon und zudem wird ein Steuerstand mit besserem Schutz für das Personal aufgebaut.

 

Neue Kessel und…

Im Jahr 1900 verlangt die Aufsichtsbehörde den Kesseldruck von 7,0 auf 6,0 atü zu reduzieren. In der Folge werden ein Jahr später die beiden alten Kessel durch zwei neue ersetzt. Die Dampfmaschine kann auf Heissdampf umgestellt werden. Das Resultat ist eine Brennstoffersparnis von 15%.

 

…neue Schaufelräder

Die «France» ist aber weiterhin zu langsam für den Einsatz in den Schnellkursen. Diese werden auf dem Genfersee in dieser Zeit meist von der «Lausanne» und der «Bonivard» übernommen. Um die Leistung des Dampfers France zu verbessern, werden neue Schaufelräder bestellt. Diese sind 1902 eingebaut und erlauben dem Schiff eine um 1 km/h höhere Geschwindigkeit von 26 km/h.

 

1909 wird der Steuerstand, nach wie vor mit offener Rückseite, höher gelegt und eine Kommandobrücke aufgebaut. Der Dampfer wird mit einem Maschinentelegraphen ausgerüstet.

 

Am 27. Juli 1912 fährt die «France» in Genf in eine Hafenmauer und beschädigt dabei ihren Bug. Unfallursache soll ein bei der Decksreinigung mit Wasser gefülltes Sprachrohr sein.

 

Modernisierung

In den Jahren 1920/21 wird das Schiff durch die Gebr. Sulzer, Winterthur, modernisiert. Der Rauchsalon auf dem nun um 60 Centimeter verschmälerten Oberdeck wird nach vorne unter die Kommandobrücke verlegt. Bei den neuen Radkästen wird das bisherige Wappen durch ein Strahlenmuster ersetzt. Am 1. Juni 1922 kommt der Dampfer wieder in Betrieb.

 

Ausser Dienst

Aber bereits zehn Jahre später kommt er provisorisch aus der Fahrt und wird 1933 für immer ausgemustert. Ab 1935 dient die «France» während dreissig Jahren in Genf als Stationsponton. 1965 schleppt die «Montreux» diesen nach Ouchy in die Werft, wo er von einem Schrotthändler zerlegt wird.