Auf den Schiffen der LNM wurden im Jahr 2025 insgesamt 216’804 (2024: 214’647) Personen zu Gast. Total 88’590 (90’833) Kilometer legten die Schiffe zurück.
| Kilometer und Betriebstage 2025/2024 | ||||
| Schiff |
Kilometer 2025 |
Kilometer 2024 | Tage 2025 |
Tage 2024 |
| DS Neuchâtel |
7‘126 |
5‘886 | 80 |
68 |
| MS Ville d‘Estavayer |
17‘297 |
15‘783 | 171 |
145 |
| MS Cygne |
0 |
90 | 0 |
1 |
| MS Idée Suisse |
13‘669 |
16‘721 | 135 |
154 |
| MS Ville d‘Yverdon |
14‘748 |
16‘717 | 140 |
159 |
| MS Ville de Neuchâtel |
16‘115 |
11‘225 | 164 |
125 |
| MS La Béroche |
6‘099 |
11‘853 | 66 |
120 |
| MS Fribourg |
13‘536 |
12‘558 | 145 |
155 |
DS Neuchâtel
Der Präsident der Dampferfreunde (Trivapor), Francois Kistler, schrieb in einem Mitgliederbrief folgendes über das Dampfschiff Neuchâtel: «Die Inbetriebnahme 2025 gelang ebenfalls nur verspätet: der rund einmonatige Aufschub ergab sich durch Verzögerungen bei den umfangreichen Arbeiten, die während der Winterpause vorgenommen werden mussten. Ausserdem konnte Wartungsrückstand abgebaut werden.»
Und Sébastien Jacobi schrieb: «Unter der Aufsicht von drei Maschinisten und einem Untermaschinisten fuhr unser Schiff jedoch auch einige Tage länger, um pannenbedingte Kursausfälle bei der LNM-Flotte zu kompensieren. Daher wurde beschlossen, die «Cygne» wieder in Betrieb zu nehmen. Es sei daran erinnert, dass innerhalb weniger Jahre drei Schiffe ohne Ersatz aus dem Dienst genommen wurden. Trotz des sehr vielfältigen Einsatzes der «Neuchâtel» fehlt noch immer die Verbindung nach Yverdon, die wieder aktiviert werden sollte. Eine neue touristische Dynamik könnte auch entstehen, indem die Verbindungen zwischen Neuenburg und Solothurn wieder aufgenommen werden sollten.»
Insgesamt war die «Neuchâtel» an 80 Tagen im Einsatz und legte dabei 7’126 Kilometer zurück. Insgesamt 25’334 Gäste fuhren im vergangenen Jahr auf dem Dampfer mit.
Die LNM in der Krise?
In einem Interview mit Westschweizer Zeitungen sagte Direktor Peter Voets, der sein Amt im Januar 2025 antrat: «Die LNM befindet sich in einem Wettlauf gegen die Zeit. Ich habe im vergangenen Sommer eine Prüfung der Finanzlage und des Zustands der Flotte in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse uns Ende Oktober vorlagen. Dabei haben wir festgestellt, dass Richtlinien des Bundesamt für Verkehr zu bestimmten Standards, die vor etwa zehn Jahren übermittelt wurden, nie zu den erforderlichen Arbeiten geführt hatten. Es sei darauf hingewiesen, dass die Schiffe in all den Jahren nicht illegal verkehrt haben. Doch nun läuft ein straffer Countdown, denn die Frist für die Anpassung der Schiffe an die Vorschriften war auf den 28. Februar dieses Jahres festgelegt worden. Und weiter: «Die Saison beginnt jedoch Anfang April. Das beruhigt die Mitarbeiter nicht, die um ihre Arbeitsplätze fürchten, auch wenn aus wirtschaftlichen Gründen keine Stellen gestrichen wurden; die LNM beschränkt sich darauf, die Zahl der Aushilfskräfte für die kommende Saison zu reduzieren.» Und weiter: „Diese Situation ist sehr bedauerlich, denn diese Arbeiten hätten schon vor Jahren geplant werden müssen“, beklagt Peter Voets.
Jahrelanger Rückstand
Weiter schreiben die Westschweizer Medien: «An eingesetzten Mitteln mangelt es nicht. Neben den Teams der LNM hat die Schifffahrtsgesellschaft auch externe Firmen hinzugezogen. In der Werfthalle liegt die «Fribourg». Im vergangenen Herbst stellte sich bei einer Routineinspektion heraus, dass der Propeller – der infolge eines Unfalls beschädigt war –, die Antriebswelle und der Motor umfangreiche Reparaturen erforderten. Da ein Unglück selten allein kommt, fiel diese Feststellung zeitgleich mit der Feststellung, dass seit zehn Jahren keine Normanpassungen mehr vorgenommen worden waren. Diese betreffen hauptsächlich die Umrüstung der Lüftungssysteme im Maschinenraum. Dazu Peter Voets: «Sie müssen angepasst werden, unter anderem durch den Einbau von Klappen, insbesondere um im Brandfall die Ausbreitung des Feuers zu verhindern».
Die älteste Flotte des Landes
«Unsere Flotte hat ein Durchschnittsalter von 64 Jahren, ohne den Dampfer Neuchâtel», erinnert Peter Voets. «Sie ist die älteste der Schweiz. Die «Cygne», ein Schiff aus dem Jahr 1939 mit Vintage-Charme, das umfangreiche Restaurierungsarbeiten benötigt, hat keine Priorität mehr und muss warten, bis sie an der Reihe ist. Die «Ville-de-Morat» hingegen ist seit der Zeit nach Covid ausser Fahrt. Da sie baufällig ist wird sie verschrottet. Die Anpassung an die Vorschriften betrifft auch andere Punkte, wie die Verdopplung der Handläufe an den Treppen für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, die Anpassung bestimmter Toiletten aus denselben Gründen sowie das Anbringen besser sichtbarer Aufkleber an den Glastüren.»
Die Hochsaison steht vor der Tür
Die Notwendigkeit, das Defizit drastisch zu senken, hat auf Wunsch der drei Hauptaktionäre – der Kantone Neuenburg, Waadt und Freiburg – zu radikalen Lösungen geführt. So kündigte das Unternehmen Mitte Januar an, die Anzahl der Fahrten ab Estavayer-le-Lac zu reduzieren und die Fahrten ab Yverdon-les-Bains ab Beginn der Hochsaison auszusetzen. Und diese steht schon bald bevor, nämlich ab dem 9. Mai. Zu diesem Zeitpunkt muss die Flotte von sechs Schiffen voll einsatzfähig sein.
Fahrplan 2026
Der Fahrplan ist erschienen und auf der Homepage der LNM ersichtlich. Es fällt auf, dass die Station von Yverdon-les-Bains nicht mehr bedient wird. Dies soll mit der finanziellen Situation der Schifffahrtsgesellschaft zu tun haben.
Auch der Einsatz der «Neuchâtel» ist bekannt: Das Dampfschiff ist vom 8. Mai bis zum 27. September jeweils Mittwoch bis Sonntag in Fahrt. Die Fahrten nach Biel wurden gestrichen, diese werden wieder mit einem Motorschiff (in der Regel MS Ville d’Yverdon) ausgeführt. Der Grund dazu ist, dass der Dampfer zu wenig Gastronomieplätze für diese Fahrt hatte. Und doch bietet die «Neuchâtel» ein breites Spektrum an Einsätzen. So soll am Mittwoch und Freitag auf den Kursen 411/412 (Neuchâtel-Estavayer-Neuchâtel) eine Gourmet-Frühstück (auf Vorbestellung) angeboten werden. Da sind wir als Auswärtige natürlich gespannt.
Mehr Informationen über die Schifffahrt auf dem Neuenburger- und Murtensee (LNM) können Sie auf der Webseite des Unternehmens entnehmen.
Mehr Informationen über das Dampfschiff Neuchâtel und die Dampferfreunde.