Dieses Jahr bieten wir Ihnen ein Exklusivinterview mit der Geschäftsleitung der Compagnie Générale de Navigation sur le lac Léman (CGN) an. Dieser Austausch bietet die Gelegenheit, eine Bilanz der Aktivitäten des Unternehmens, seiner aktuellen Lage, seiner Projekte und der grossen Herausforderungen zu ziehen, denen es sich zwischen öffentlichem Verkehr, Seetourismus und der Erhaltung eines weltweit einzigartigen Schifffahrtserbes gegenübersieht.
Das Interview mit Herrn Dr. Vincent Pellissier, Generaldirektor der CGN, und Herrn Irwin Gafner, Technischer Direktor, der CGN, befasst sich sowohl mit der Bilanz der vergangenen Saison als auch mit den Entwicklungen der Flotte, der Personalsituation und den wichtigsten technischen und finanziellen Leitlinien für die kommenden Jahre.
Wie würden Sie die Saison 2025 zusammenfassen?
Das Jahr 2025 war ein intensives Jahr, das trotz eines teilweise komplexen Umfelds durch solide Besucherzahlen und einen sehr stabilen Betrieb gekennzeichnet war. Auch wenn wir unser touristisches Angebot reduzieren mussten – darauf kommen wir noch zurück –, sind die Einnahmen fast identisch mit denen von 2024. Das ist sehr erfreulich, denn es zeigt, dass die Nachfrage nach unserem Produkt stabil ist.
Im öffentlichen Nahverkehr stieg die Zahl der Fahrgäste weiter an, insbesondere auf der Linie N1 (Évian–Lausanne), die im Jahresverlauf um mehr als 4 % zulegte. Diese grenzüberschreitenden Linien sind äusserst attraktiv, leiden jedoch unter den Budgetrestriktionen auf französischer Seite, die zu einer Verringerung bestimmter Frequenzen geführt haben, insbesondere am Wochenende für Thonon-les-Bains. Für uns war es entscheidend, ein leistungsfähiges Angebot auf der wichtigsten Achse Évian-Lausanne aufrechtzuerhalten. In der Hauptstadt des Kantons Waadt kommen jeden Morgen mehr als 3’000 Grenzgänger an, die die wirtschaftliche Dynamik der Genferseeregion unterstützen.
Im Tourismusbereich blieb die Besucherzahl trotz eines Rückgangs des Angebots um 27%, das sich auf die schöne Jahreszeit konzentrierte, auf einem hohen Niveau. Das günstige Wetter trug natürlich zu diesem guten Ergebnis bei.
Schliesslich bestätigte die Saison 2025 das aussergewöhnliche Engagement unserer Teams. Unsere Kollegen konnten trotz begrenzter Ressourcen die Qualität des Service aufrechterhalten. Insgesamt beförderte die CGN im Jahr 2025 2,63 Millionen Passagiere. Diese Zahl steigt seit zehn Jahren kontinuierlich an, unterstützt durch die wachsende Nachfrage nach dauerhaften und grenzüberschreitenden Mobilitätslösungen und die wirtschaftliche Attraktivität unseres Landes. Der Tourismusverkehr bleibt stabil, insbesondere da unsere Flotte temporär ihre maximale Kapazität erreicht hat, ohne die Belle-Époque-Einheiten zu überbeanspruchen. Diese Stabilität ist beabsichtigt: Wir ziehen es vor, die historischen Schiffe zu erhalten, anstatt die Fahrten zu erhöhen und damit deren Verschleiss zu beschleunigen.
Wie sah die Flottenaktivität im Jahr 2025 aus?
Die CGN-Flotte legte im Jahr 2025 rund 460’000 Kilometer zurück, was einem leichten Rückgang gegenüber 2024 (-4 %) entspricht. Jedes Schiff war je nach Einsatz zwischen 120 und 200 Tagen im Jahr unterwegs.
Die Belle-Époque-Schiffe sind vor allem zwischen April und Oktober im Einsatz, während die NaviExpress-Schiffe und andere moderne Einheiten das ganze Jahr über für den öffentlichen Verkehr eingesetzt werden. Diese Zahlen verdeutlichen die Intensität des Betriebs, aber auch die Notwendigkeit, technische Stilllegungen und Winterarbeiten sorgfältig zu planen.
Wie sieht die kommende Saison für die Belle-Epoque-Flotte aus?
Im Jahr 2026 werden vier Belle-Époque-Schiffe auf den wichtigsten touristischen Routen eingesetzt. Es ist wichtig zu erwähnen, dass mit diesem neuen Fahrplan allmählich ein Paradigmenwechsel stattfindet. Wir legen nun Wert auf Robustheit. Das bedeutet, dass selbst wenn vier Einheiten fahrbereit sind, nur drei im Fahrplan vorgesehen sind. Angesichts der Anfälligkeit von mehr als hundert Jahre altem Material ist das Risiko von Pannen grösser. Das vierte Schiff dient daher als Reserve und ermöglicht es, Ausfälle zu vermeiden. Unser Ziel ist es, das Annullieren von Fahrten so weit wie möglich zu begrenzen, um Frustrationen bei den Kunden zu vermeiden. Auch im touristischen Fahrplan 2026 wurde etwas Reserve eingebaut. Unsere Schiffe fuhren schneller als auf anderen Schweizer Seen. Das belastete unsere Maschinen stärker. Eine Verlangsamung ändert nichts am Fahrerlebnis. Wie Sie sehen werden, fahren wir hier in Zukunft besser.
Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem es notwendig ist, die Belle-Époque-Flotte zu schonen, aber auch konsequent in sie zu investieren. Diese Schiffe sind nicht nur wunderschöne Symbole, sondern auch Kulturgüter, deren Erhalt ein umsichtiges Konzept erfordert.
In der über 150-jährigen Geschichte des Unternehmens wurden diese Schiffe nicht immer so gewartet, wie es notwendig gewesen wäre. Die Entwicklung der Normen und Anforderungen hat auch dazu geführt, dass die Anforderungen an die Schifffahrt heute nicht mehr dieselben sind wie 1920. Wir haben unsere Schiffe auch stark beansprucht, viel stärker als auf anderen Seen (zum Beispiel hat die «La Suisse» im Jahr 2024 24’000 Kilometer zurückgelegt, was enorm ist). Schliesslich hatten die Maschinenwerkstätten Gebrüder Sulzer in Winterthur diese Generation von Schiffen für eine Lebensdauer von achtzig Jahren ausgelegt. Wir haben also ihre geplante Lebensdauer überschritten und bestimmte zentrale Teile wie der Rumpf, die Dampfmaschinen oder die Schaufelräder wurden nie renoviert oder durch Originalteile ersetzt.
Wie oben erwähnt, wechseln wir derzeit beispielsweise die Schaufelräder der «Vevey», gefolgt von denen der «Italie» aus. Das wurde seit einem Jahrhundert nicht mehr gemacht.
Ein weiteres Beispiel: Ein Ausdrehen wie es 2025 erfolgreich an den Zylindern der «Rhône» durchgeführt wurde, hatte es bei der CGN seit 1963 nicht mehr gegeben. Wir mussten alles neu hereinholen, einschliesslich der Werkzeuge. Ich glaube sagen zu können, dass wir ein weltweit einzigartiges Know-how entwickelt und innerhalb der Teams ein beeindruckendes Wissensniveau erreicht haben. Je besser wir unsere Schiffe kennen, desto besser verstehen wir natürlich auch ihre Anfälligkeiten und Schwachstellen.
| Einsatz der historischen Schiffe 2026
Die vier betriebsbereiten historischen Schiffe werden in untenstehenen Kursen eingesetzt (Änderungen vorbehalten) |
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| Zeitraum | Schiff | Kurse |
| Frühling 25. April bis 31. Mai |
DS Savoie | Vom 25. April bis 31. Mai
Patrimoine Tour (Haut-Lac) Täglich |
| MS Italie | Vom 25. April bis 31. Mai
Riviera Tour (Haut-Lac) Täglich |
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| DS Rhône | Vom 25. April bis 31. Mai
Montag-Freitag Genf-Yvoire-Genf Kurse 320-321-326-327
Samstag und Sonntag Genf-Lausanne-Genf Kurse 102-105 |
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| Sommer 1. Juni bis 21. September |
DS Savoie
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Vom 1. Juni bis 21. September
Patrimoine Tour (Haut-Lac) Täglich
Mittwoch-Samstag Lausanne-Yvoire-Lausanne (Abendrundfahrt) Kurse 487-488 |
| DS Rhône
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vom 1. Juni bis 21. September
Genf-Lausanne-Genf Täglich
Mittwoch-Samstag Genf-Yvoire-Genf (Abendrundfahrt) Kurse 388-389 |
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| MS Italie | Vom 1. Juni bis 30. Juni
Riviera Tour (Haut-Lac) Täglich |
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| MS Vevey | Vom 1. Juli bis 21. September
Riviera Tour (Haut-Lac) Täglich |
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| Herbst 22. September bis 11. Oktober |
DS Savoie | Vom 22. September bis 11. Oktober
Patrimoine Tour (Haut-Lac) Täglich |
| DS Rhône | Vom 22. September bis 11. Oktober
Montag-Freitag Genf-Yvoire-Genf Kurse 320-321-326-327
Samstag und Sonntag Genf-Lausanne-Genf Kurse 102-105 |
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| MS Vevey | Vom 22. September bis 11. Oktober
Riviera Tour (Haut-Lac) Jeden Tag |
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| Winter
12. Oktober bis 12. Dezember |
Einsatz der Schiffe noch nicht verfügbar |
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Arbeiten an den Schiffen der CGN, Winter 2025/26 und Sommer 2026
Neben dem vorbeugenden Unterhalt (technische Einrichtungen, elektrische Installationen, Infrastrukturen, Türen/Fenster, Inneneinrichtung/Möbel, Anstrich) wurden an den Dampf- und Motorschiffen untenstehende zusätzliche Arbeiten ausgeführt.
Zurzeit stillgelegt, Renovierung in Planung
Vorbereitungsarbeiten für Sanierung der Dampfmaschine; Vorbereitungsarbeiten für das Ersetzen der Schaufelräder durch originalgetreue Neukonstruktionen
Diverse Arbeiten an der Dampfmaschine, unter anderem Bearbeitung der Zylinder und Ersetzen der Kolbenringe; Innen-Inspektion SVTI der Kessel; Ersetzen der Riffelbleche durch Holzplanken am Boden des Maschinenraumes
Generalinspektion SVTI des Kessels; Ausführung von Reparaturarbeiten am Dom; das Schiff konnte aus Platzgründen nur sehr wenig Zeit in der Werft verbringen
Sanierung der Schale; diverse Arbeiten an der Dampfmaschine, unter anderem Revision der Mechanik des Steuerstandes
Ersetzen der Schaufelräder durch originalgetreue Neukonstruktionen; Ersetzen des Holzdecks über dem Salon Belle Epoque
Ersetzen der Schaufelräder durch Originaltreue Neukonstruktionen; Ersetzen des Holzdecks über dem Salon Belle Epoque
Nur «Boxenstop» für Motorenunterhalt
Ersetzen der Antriebsmotoren durch revidierte Motoren aus dem Lager; Einbau einer modernen Alarmzentrale
Sanierung der Schwimmkörper (Sponsons), Sandstrahlen, Schalenkontrolle und neues Antifouling; Schalen- und Bilgeninspektion; Ersetzen von Wellenlagern; Einbau eines Einbruch-Alarmes; Reparaturarbeiten an den Scheuerleisten
Sanierungsarbeiten an den Antriebsmotoren (Zylinderköpfe, Turbo); Sandstrahlen, Schalenkontrolle und neues Antifouling; Schalen- und Bilgeninspektion; Grössere Reparatur Scheuerleiste Bb (Schaden durch Abschleppmanöver)
Auffrischung Steuerstand (Sitz und Autopilot)
Auffrischung Steuerstand (Sitz)
Das Schiff ist nicht mehr in Betrieb und wurde abgebrochen
NaviExpress
Die Motorschiffe Évian-les-Bains und Thonon-les-Bains, beide vom Typ NaviExpress, werden regelmässig und künftig gleichzeitig auf den grenzüberschreitenden Linien N1 und N2 eingesetzt. Die Jahre 2026 und 2027 werden der Verbesserung ihrer Zuverlässigkeit gewidmet sein. Wir planen, sie Ende des Jahres offiziell einzuweihen. Diese Schiffe sind unser ganzer Stolz. Sie sind auch das Erbe, das wir dem 21. Jahrhundert hinterlassen werden.
Wie lautet Ihre Bilanz zur Linie N4 nach den ersten Monaten ihres Betriebs?
Die Einführung der Linie N4 verlief sehr positiv. Die Fahrgastzahlen entsprechen unseren Erwartungen. Diese Verbindung ergänzt das grenzüberschreitende Angebot harmonisch und bietet neue Anschlüsse an den Landverkehr. Im Jahr 2026 werden einige Fahrplanänderungen vorgenommen, um die Anschlüsse an die S-Bahn zu verbessern und das Angebot der Nachfrage anzupassen. Wir arbeiten daran, diese Linie in den Verkehrsverbund «Unireso» von Genf zu integrieren. Diese Linie muss sich darin einfügen, wenn sie langfristig bestehen soll.
Wird es Änderungen im Fahrplan geben?
Im öffentlichen Nahverkehr gibt es punktuelle Änderungen. Diese betreffen vor allem die Linie N2, auf der morgens und abends zu den Stosszeiten vier Fahrten angeboten werden, um der grenzüberschreitenden Nachfrage gerecht zu werden.
Was das touristische Angebot betrifft, so wird, wie bereits erwähnt, die Geschwindigkeit reduziert (von 25 km/h auf 22 km/h) und Verbesserungen vorgenommen, um die Anlegestellen besser bedienen zu können. Wir haben auch darauf geachtet, die Unterhaltszeiten zwischen den Fahrten besser einzuhalten, was sich direkt auf die Zuverlässigkeit des Dienstes auswirkt.
Wie ist die Situation der Mitarbeitenden der CGN?
Wir beschäftigen heute mehr als 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter überwiegend Bordpersonal. Der Markt bleibt angespannt, insbesondere für maritime und technische Berufe, aber dank umfangreicher Ausbildungsmassnahmen und der Loyalität unserer Teams hat sich die Lage stabilisiert. Die Weitergabe von Know-how steht im Mittelpunkt unserer Strategie. Wir bilden den Nachwuchs aus, um auch die Kontinuität dieses einzigartigen menschlichen Erbes zu gewährleisten.
Können Fans auf eine Parade im Jahr 2026 hoffen?
Ja, dieses Jahr wird es eine Parade der CGN geben. Sie findet am 31. Mai in Nyon statt und wir freuen uns darauf. Wir arbeiten an einer Choreografie mit mehreren Belle-Epoque-Schiffen, aber auch mit einer zeitgenössischeren Überraschung. Dieses Ereignis wird mit Spannung erwartet. Es bietet die Gelegenheit, die Belle-Epoque-Flotte ins Rampenlicht zu rücken und den Enthusiasten zu danken, die zu ihrer Erhaltung beitragen. Es ist auch eine Gelegenheit, die Bevölkerung, die Region und den See kennenzulernen. Die CGN ist das verbindende Element.
Warum fahren einige Belle-Époque-Schiffe derzeit nicht?
Das ist eine wichtige Frage. Zunächst einmal muss betont werden, dass die Belle-Époque-Schiffe 2025 teilweise in Betrieb waren. Ausserdem soll unser Flaggschiff, die «La Suisse», die seit dem Sommer wegen einer Panne ausser Betrieb ist, nach Arbeiten an der Dampfmaschine bis Ende 2026 wieder in Betrieb genommen werden. Die ABVL (Dampferfreunde) wird übrigens eine Spendenkampagne für diese Arbeiten starten, deren Kosten auf eine halbe Million Franken geschätzt werden.
Die Stilllegungen, die wir im Laufe des Jahres erlebt haben, sind das Ergebnis einer verantwortungsvollen Verwaltung des Vermögens. Viele Schiffe sind über hundert Jahre alt und verfügen noch über ihre ursprünglichen Metall- oder Mechanik Strukturen. Einige Teile wurden nie ausgetauscht und stossen nun an ihre mechanischen Grenzen. Wir stehen an einem Scheideweg und müssen in den nächsten zwei Jahrzehnten erhebliche Anstrengungen unternehmen, wenn wir diese Flotte ins nächste Jahrhundert überführen wollen. Es liegt in unserer Verantwortung dafür zu sorgen, dass unsere Kinder und Enkelkinder noch lange auf diesen legendären Schiffen unterwegs sein können.
Ausserdem kann die Werft in Ouchy, wo die Arbeiten durchgeführt werden, nur jeweils ein Schiff für umfangreiche Renovierungsarbeiten aufnehmen. Dieser Engpass verlangsamt das Tempo der Restaurierungsarbeiten. Auch wenn es Zeit kostet, ist es unerlässlich, dass die Werft an diese Realität angepasst wird. Ohne ein zweites Trockendock kann die CGN ihre Aufgaben nicht erfüllen und die Wartung ihrer Flotte von 18 Schiffen gewährleisten, während sie gleichzeitig grosse Projekte zum Neubau oder zur Restaurierung von Schiffen aus der Belle-Époque durchführt.
Die Kosten für die Modernisierung sind beträchtlich. Wir haben auch unseren Ansatz schrittweise geändert und sind von einer situativen Wartung zu einer präventiven Wartung für unsere „Belle Époque”-Schiffe übergegangen. Man muss sich zwischen kleinen vorübergehenden Reparaturen oder echten gründlichen Sanierungen entscheiden. Wir bevorzugen nun die zweite Option, die die Robustheit des Betriebs und die Langlebigkeit der Schiffe gewährleistet.
Was sind die Anforderungen und die geplanten Lösungen?
Die CGN hat für die nächsten Jahre einen erheblichen Investitionsbedarf ermittelt. Die Prioritäten sind folgende
Um dies zu erreichen, wird die Finanzierung öffentlich-privat gemischt sein und Kantone, Bund, Sponsoren und private Partner einbeziehen, insbesondere die Dampferfreunde (ABVL), die weiterhin im Mittelpunkt dieses Mechanismus steht. Es handelt sich um einen ganzheitlichen Ansatz, der unerlässlich ist, um die Flotte zu erhalten, ohne die finanzielle Gesundheit des Unternehmens zu gefährden.
Wir kooperieren mit anderen Schifffahrtsgesellschaften unseres Landes, aber auch mit Eisenbahnunternehmen, die ebenfalls mit über hundertjährigen Strukturen arbeiten, über die Frage der Finanzierung der Belle-Époque Flotte, die im nationalen Inventar der historischen Denkmäler aufgeführt ist. Wir müssen erklären, dass dieser Auftrag zur Erhaltung des Kulturerbes sowohl bei der Renovierung als auch beim Betrieb Kosten verursacht, die nicht aus den Verkehrseinnahmen finanziert werden können. Sponsoring ist zwar unerlässlich, reicht aber in dieser besonderen Situation nicht aus. Wir müssen gemeinsam dafür sorgen, dass dieser symbolträchtige, ja sogar identitätsstiftende Teil unseres Landes anerkannt und finanziert wird. Ohne umfangreiche Unterstützung wird es schwierig sein, die gesamte Belle-Époque Flotte in fahrtüchtigem Zustand zu erhalten.
Was gibt es Neues beim Catering an Bord?
Das Unternehmen hat den Vertrag mit dem bisherigen Bordverpfleger Ende 2025 gekündigt. Sein Modell entsprach nicht unseren Erwartungen, insbesondere hinsichtlich der Kontrolle über das Image und das Angebot. Wir sind auch ein Aushängeschild für die drei Kantone Genf, Waadt und Wallis, die über ein aussergewöhnliches kulinarisches und weinbauliches Erbe verfügen. Wir werden daher künftig direkt tätig sein und ein differenziertes Angebot auf unseren Ausflugsschiffen entwickeln. In Genf (und gelegentlich auch in Lausanne) müssen wir auf eine urbane, internationale, geschäftsorientierte Kundschaft eingehen, während diese im Haut-Lac ein regionales, alpines und authentisches Angebot erwartet, das die regionalen Produkte und die Identität des Chablais im Waadtländer und Walliser Teil sowie des Lavaux zur Geltung bringt.
Allgemeine Aussichten für 2026
2026 wird ein Jahr des Übergangs sein, in dem die Umsetzung des vom Verwaltungsrat entwickelten und mit den drei Eigentümerkantonen diskutierten Strategieplans 2040 beginnt. Der Wille ist klar und konzentriert sich auf die Konsolidierung der Grundlagen:
Dazu muss vor allem die Flotte widerstandsfähiger gemacht und die langfristige Finanzierung gesichert werden. Sind diese Säulen erst einmal vorhanden, wird sich die Rolle der CGN als Akteur für die wirtschaftliche und touristische Attraktivität der Genferseeregion weiter verstärken.
Der Genfersee ist ein Ort der Mobilität, aber auch der Emotionen. Unsere Verantwortung ist es, dafür zu sorgen, dass diese beiden Dimensionen weiterhin harmonisch nebeneinander bestehen bleiben.
| Kilometer und Betriebstage 2025/2024 | ||||
| Schiff | Kilometer 2025 | Kilometer 2024 | Tage 2025 | Tage 2024 |
| DS La Suisse |
8’639 |
27’985 | 54 |
174 |
| DS Simplon |
0 |
10 | 0 |
1 |
| DS Rhône |
0 |
17’522 | 0 |
147 |
| DS Savoie |
217 |
19’873 | 5 |
187 |
| DS Montreux |
10’492 |
17’357 | 77 |
133 |
| MS Vevey |
27’780 |
34’468 | 173 |
243 |
| MS Italie |
42’089 |
28’917 | 273 |
194 |
| MS Lausanne |
31’550 |
23’395 | 161 |
142 |
| MS Henry-Dunant |
60’857 |
45’461 | 281 |
252 |
| MS Général-Guisan |
59’849 |
51’420 | 264 |
198 |
| MS Léman |
56’401 |
74’732 | 278 |
324 |
| MS Ville-de-Genève |
50’740 |
62’918 | 220 |
255 |
| MS Morges |
21’619 |
6’751 | 238 |
83 |
| MS Lavaux |
36’324 |
11’498 | 263 |
149 |
| MS Valais |
25’789 |
53’372 | 163 |
298 |
| MS Col-Vert |
52 |
6’230 | 1 |
82 |
| MS Évian-les-Bains |
15’881 |
2’679 | 116 |
43 |
| MS Thonon-les-Bains |
12’755 |
1’901 | 68 |
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Die Redaktion der Dampferzeitung dankt den Herren Pellissier und Gafner für die Gewährung dieses Interviews und wünscht Ihnen ein gutes Gelingen Ihrer Ziele.
Mehr Informationen über die Schifffahrt auf dem Genfersee (CGN) können Sie auf der Webseite des Unternehmens entnehmen.