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November 2020

DS Winkelried (II) – Vierwaldstättersee
ex DS Helvetia (Zugersee)

1875 wird die Arth-Rigi-Bahn (ARB) eröffnet und damit steigt die Anzahl der Schiffsreisenden auf dem Zugersee an. Die Bahn bestellt bei Escher Wyss einen Salondampfer mit dem Namen Helvetia. Noch bevor das Schiff in Fahrt kommt, übernimmt die damalige Schifffahrtsgesellschaft des Zugersees den Neubau. An den Baukosten von Fr. 160’000 Franken beteiligt sich die ARB mit Fr. 60’000. Die „Helvetia“ kann 500 Fahrgäste mitnehmen, ist 42 Meter lang und 6 Meter breit. Die Probefahrt, damals wurde die Jungfernfahrt so bezeichnet, erfolgt am 29. Juli 1876.

Foto: Das Dampfschiff Helvetia befindet sich in Zug im Stilllager.

Danach konkurrenziert die Eisenbahn entlang des Zugersees die Schifffahrt. Per 1. Juni 1884 übernimmt die «Vereinigte Dampfschiffahrts-Gesellschaft des Vierwaldstättersees» für Fr. 59’600 die Schifffahrtsgesellschaft des Zugersees. Bis 1896 kann die neue Besitzerin die jährliche Zahl der Passagiere auf dem Zugersee bis auf 87’000 Personen steigern und damit mehr als verdoppeln. Profitiert werden kann auch vom Bau der direkten Eisenbahnlinie von Zug nach Goldau.

Foto: Die Schale der Zugersee-«Helvetia» ist in Luzern eingetroffen.

Das Ende des Erfolgs ist jedoch mit der Eröffnung der neuen Bahnstrecke absehbar und der Verwaltungsrat der Luzerner Gesellschaft beschliesst, die per 1. Juni 1896 auslaufende Konzession für den Zugersee nicht zu erneuern. Bereits im Vorjahr kommt die Idee auf, die «Helvetia» auf den Vierwaldstättersee zu verschieben. Im Juli 1896 realisiert man den Umzug. Der Dampfer wird in Buonas ausgewassert und die Schiffsschale in zwei Hälften geteilt. Diese werden nachts mit Pferdewagen nach Luzern transportiert.

Foto: Die «Winkelried» ist um 1900 auf einer Extrafahrt unterwegs. Noch ist kein Steuerhaus vorhanden.

Das Schiff, um vier Meter verlängert, erhält neue Aufbauten. Mit zwei neuen Kesseln und mit der auf Verbundsystem umgebauten Dampfmaschine kommt es am 9. April 1898 unter dem Namen Winkelried auf dem Vierwaldstättersee in Fahrt. Auf Grund seiner Grösse ergänzt es die beiden Luzerner Raddampfer Gotthard und Pilatus während Jahrzehnten ideal.

Foto: Als Truppentransporter verlässt die «Winkelried» 1914 Alpnachstad.

1906 wird der offene Fahrstand auf dem Oberdeck durch ein geschlossenes Steuerhaus ersetzt. Im Winter 1923 muss der Hochdruckzylinder erneuert werden. Ausser zwei Havarien im Jahr 1929 sind keine Pannen der «Winkelried» bekannt.

Foto: 1951 ist das Dampfschiff Winkelried in Richtung Küssnacht unterwegs.

Nach der Inbetriebnahme der beiden Motorschiffe Waldstätter und Titlis reduzieren sich die Einsätze des Dampfers. Im Herbst 1954 nimmt man den veralteten Raddampfer mit fast 2 Mio. Fahrkilometer ausser Dienst, da im Folgejahr das neu erbaute Motorschiff Rigi zur Verfügung steht. 1961 werden die Aufbauten, Kessel und Dampfmaschine abgewrackt und die Schiffsschale an Privat verkauft.

Foto: Zwei ausrangierte Schiffe im Jahr 1958 in der Luzerner Werft: DS Winkelried (II) und DS Rigi (I).

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