Rhein – Basel (BPG)

Neues aus Basel

Auch die Basler Personenschifffahrt (BPG) leidet unter dem gegenwärtigen Hochwasser. Zwar ist es nicht ganz so schlimm wie bei der Schweizerischen Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein (URh), doch können einige Fahrten nicht durchgeführt werden. So zum Beispiel die Schleusenfahrt nach Rheinfelden am Samstag, 29. Juni 2024. Aktuelle Hinweise sind auf der Webseite der BPG ersichtlich.

 

Neues aus dem Basler Parlament

Der Kanton Basel-Stadt unterstützt die Basler Personenschifffahrt AG in den Jahren 2024 und 2025 mit 537’000 Franken pro Jahr. Dieser Betrag liegt weiter unter dem von der Regierung beantragten Betrag von knapp einer Million Franken pro Jahr für die kommenden fünf Jahre.

 

Der Grosse Rat (Kantonsparlament) sprach sich nach einer emotional geführten Debatte mit 87 zu 2 Stimmen für die Staatsbeiträge aus. Zuvor hatte die Mehrheit der Ratsmitglieder aus den bürgerlichen Parteien aber mit 47 zu 43 Stimmen die von der Regierung beantragten Beiträge wesentlich gekürzt.

 

Weniger Schiffe, mehr Effizienz

Zudem wurde eine Kapitalerhöhung um über eine Million Franken vorgeschlagen sowie ein Verzicht auf Rückzahlung des Corona-Darlehens. Die Zahlungen sollen an Verbesserungen im Angebot gebunden sein – etwa durch Reduzieren der Flotte auf zwei Schiffe. Die Kommissionsminderheit aus Vertreterinnen und Vertretern der bürgerlichen Parteien wollten kein Geld auf Vorrat überlassen. Sie schlugen einen an die Teuerung angepassten Beitrag von 537’000 Franken nur für das Jahr 2024 vor.

 

Politische Debatte um Finanzierung

Zwischen diesen beiden Anträgen platzierte Grossrat Franz-Xaver Leonhardt (Mitte) einen Kompromiss-Antrag: Dieser bestand aus einer auf zwei Jahre verlängerten Subvention in bisheriger Höhe, dem Verzicht auf Darlehens-Rückzahlung und einer Erhöhung des Aktienkapitals. Kaspar Sutter zeigte als Vorstehers des Departements für Wirtschaft, Soziales und Umwelt ein gewisses Verständnis für das Anliegen der bürgerlichen Parteien, die Subventionsperiode zu reduzieren. Nicht einverstanden war er aber mit dem Ansinnen, die Jahresbeiträge beizubehalten. «Der jetzige Staatsbeitrag ist zu tief», mahnte er.

 

Auch Vertreter der SP sprachen sich für eine grosszügigere Unterstützung aus – im Hinblick darauf, faire Löhne zahlen zu können sowie familienfreundliche Preise anzubieten. SP-Sprecher Beda Baumgartner warf den bürgerlichen Parteien vor, durch Unterfinanzierung Arbeitsplätze zu gefährden. FDP-Sprecher Luca Urgese hingegen argumentierte, dass der Kanton die Gesellschaft an einer langen Leine halten solle, um betriebliche Korrekturen zu erzwingen.

 

Kommentar

Interessant ist die Forderung nach der Reduzierung der Flotte. Hier ist sicher das MS Baslerdybli gemeint, für das in den kommenden Jahren grössere Sanierungsarbeiten geplant wären. Es wäre sehr schade, wenn das «Nostalgieschiff» (mit Jahrgang 1980) unter diesen politischen Forderungen leiden sollte. Mit einigem guten Willen kann und muss das MS Baslerdybli erhalten bleiben. Vielleicht kann es in eine Stiftung überführt werden? In Basel sollte es doch möglich sein, dieses Lieblingsschiff der Basler Bevölkerung («Lueg s’Dybli kunnt»), grosszügige Donatoren zum Erhalt dieses Schiffes zu finden.