Vierwaldstättersee (SGV)

So sollen in etwa die neuen Anlagen der SGV-Werft aussehen.(Kissling + Partner)
So sollen in etwa die neuen Anlagen der SGV-Werft aussehen.
(Kissling + Partner)

Moderne Infrastruktur für die Zukunft der Schifffahrt

Die Werftanlagen der SGV Holding AG sind über hundert Jahre alt und haben das Ende ihrer Lebensdauer erreicht. Das Schwimmdock (1907) und die Hellinganlage (1882) genügen den heutigen technischen und ökologischen Anforderungen nicht mehr. Die SGV Holding AG als Eigentümerin plant daher eine umfassende Sanierung – mit dem Ziel, die Werft wieder fit für die Zukunft zu machen und gleichzeitig ökologische Standards zu erfüllen.

 

Schiffshebeanlage

Zentrales Element des Projekts ist eine moderne Schiffshebeanlage, welche die bisherige Hellinganlage und das Schwimmdock ersetzen werden. Damit können Schiffe künftig effizienter und sicherer aus dem Wasser gehoben und wieder eingewassertKi werden. Die neue Anlage ist für Schiffe bis 550 Tonnen ausgelegt und erfüllt damit alle Anforderungen für die Schiffsflotte auf dem Vierwaldstättersee.

 

Das Schwimmdock wird aufgegeben

Anstelle des alten Schwimmdocks entsteht eine neue Werkplattform vor der Werfthalle. Diese Plattform erlaubt Reparatur- und Unterhaltsarbeiten und wird ergänzt durch einen neuen Säulenschwenkkran. Gleichzeitig wird der Hallenboden in der bestehenden Werfthalle mit modernen Entwässerungssystemen ausgestattet. Diese verhindern, dass Schmutzwasser direkt in den See gelangen kann – ein bedeutender Fortschritt in Sachen Umweltschutz.

 

Ökologie

Ein ökologisches Novum stellt die Gestaltung des Bereichs unter der neuen Plattform dar. Dort werden Totholzstrukturen eingebracht, welche als Rückzugsraum für Jungfische dienen. Dieses Konzept wurde mit den kantonalen und städtischen Behörden abgestimmt und ersetzt zusätzliche externe Kompensationsmassnahmen.

 

Investitionen

Die Investitionskosten werden aktuell auf knapp 20 Mio. Franken geschätzt. Die Baueingabe erfolgte im Mai 2025 beim Bundesamt für Verkehr (BAV). Während des Bewilligungsverfahrens wird das Ausführungsprojekt im Detail ausgearbeitet. Ein Baustart im Sommer 2026 gilt als ambitioniertes, aber realistisches Ziel. Das Bauende ist für Anfang 2028 geplant.

 

Austausch mit Bevölkerung und Verbänden

Die SGV Holding AG hat sich bereits mit den relevanten Anspruchsgruppen ausgetauscht. Dazu gehören neben dem BAV auch die Stadt und der Kanton Luzern, Umweltorganisationen wie die WWF Geschäftsführung und BirdLife sowie der Luzerner Landschaftsschutzverband. Die Rückmeldungen aus diesen Gesprächen sind in die Planung eingeflossen. Am 16. Juni 2025 hat ein öffentlicher Informationsanlass für Anwohnende stattgefunden.

 

Sicherstellung der Infrastruktur

Die neue Werftinfrastruktur wird langfristig den verlässlichen Unterhalt der SGV-Flotte sicherstellen – einer Flotte, die zu den grössten Binnenflotten Europas zählt. Auch die Shiptec AG, die Tochtergesellschaft der SGV AG, profitiert von der Modernisierung, da zusätzliche Arbeiten effizienter geplant und ausgeführt werden können.

 

Einschränkungen

Während der Bauzeit wird es zu Einschränkungen bei der Werftnutzung kommen. Während der Bauzeit bleibt das alte Schwimmdock als Notreserve in Betrieb, allerdings mit reduzierter Kapazität.

 

Kompetenter Partner

Die Werftsanierung wird durch Kissling + Zbinden AG, einem Ingenieurunternehmen, zusammen mit der Bauherrschaft geplant. Das Schwergewicht der Tätigkeit von Kissling + Zbinden liegt in der Projektierung und Realisierung von Ingenieurbauten u.a. im Wasserbau.