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Elbe (Fachgruppe Elbeschiffahrt, Dresden)

Medienmitteilung der Fachgruppe Elbeschiffahrt

1984 gründete sich die Fachgruppe Elbeschiffahrt auf dem Dampfer Dresden. Die erklärten Ziele waren die Sammlung von historischem Material und die Erarbeitung von Chroniken sowie die Rettung des von der Verschrottung bedrohten Dampfers Diesbar. Nachdem die Mitglieder mehr als 3’500 ehrenamtliche Stunden geleistet hatten, war der, mit der in Teilen ältesten Schiffsdampfmaschine der Welt ausgestattete Dampfer im historischen Gewand als Museumsdampfer 1989 wieder fahrbereit.

Einen grossen Teil unserer Hobbytätigkeit nimmt weiterhin die Sächsische Dampfschiffahrt ein. Aus dieser engen Verbundenheit möchten wir alle zuständigen Stellen bitten, in der aktuellen existenziellen Krise eine schnelle Hilfe zu ermöglichen, damit ein weiterer Betrieb und Erhalt der «ältesten und grössten Raddampferflotte der Welt» möglich sind. 

Wer kann sich denn Dresden, die Sächsische Schweiz oder die Sächsische Weinstrasse ohne Dampfer vorstellen? Seit über 180 Jahren währt die Tradition, dass unsere Dampfer auf der Elbe fahren. Die Semperoper, der Zwinger, der Fürstenzug, der Goldene Reiter und noch viele Attraktionen gehören zu Dresden und der Umgebung – und auch die Sächsische Dampfschiffahrt!

Wichtig ist es, kurzfristig Mittel bereit zu stellen, damit der Fahrbetrieb fortgesetzt werden kann. Dabei geht es auch um alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, einschließlich der Gastronomie, die Büroangestellten und die Schiffsbesatzungen. Bei einer Fluktuation könnten die freien Stellen nicht über den Arbeitsmarkt ersetzt werden. Dies trifft besonders auf die Nautiker und Maschinisten zu. Ohne erfahrene Mitarbeiter wird leider kein Dampfer fahren.

Die Sächsische Dampfschiffahrt ist mit ihren Betriebsmitteln in gutem Zustand, alle Schiffe sind technisch einwandfrei und den Zulassungsbedingungen entsprechend in den letzten Jahren angepasst worden. Einen grossen Anteil daran haben die Besatzungen, weil sie die Schiffe sehr gut pflegen. Dies trifft zugleich auf die Anlegebrücken zu. Unserer Meinung nach ist das Unternehmen solide aufgestellt. In jedem Fall ist ein Betrieb der Schiffe möglich und somit ein Weiterbestehen gesichert.

Selbst in den letzten zwei Jahren war ein Fahrbetrieb bei niedrigstem Wasserstand eingeschränkt aufrechterhalten worden. Dies war aber nur mit den Schiffen möglich, die den geringsten Tiefgang haben, sowie durch die grosse Erfahrung der Schiffsführer. Für die diesjährige Saison ist ein Fahrplan entwickelt worden, der auch bei niedrigem Pegel alle Linien im kompletten Fahrtgebiet zwischen Diesbar-Seusslitz und Bad Schandau abdecken kann. Auf Grund von Corona konnte dieser bislang nicht bedient werden, was Ursache für die jetzt drohende Insolvenz ist.

Um eine langfristige Sicherung der Schiffe, der Fahrtlinien und der Arbeitsplätze zu gewährleisten, wäre der Vorschlag von Herrn Oberbürgermeister Dirk Hilbert, die Sächsische Dampfschiffahrt an den Verkehrsverbund Oberelbe anzugliedern, überlegenswert. Hier wären durch das viel grössere Vertriebssystem eine höhere Werbung und ein besserer Ticketverkauf möglich. Weiterhin sind auch schon alle vorhandenen Strukturen nutzbar.

Wir rufen darüber hinaus alle Menschen in und um Dresden, dazu unsere Dampferfreunde in aller Welt auf, ihren Beitrag zum Erhalt der Dresdener Raddampferflotte zu leisten. Die Fachgruppe Elbeschiffahrt wird sich mit ihren Mitgliedern und Freunden daran beteiligen, zu einer positiven Zukunft der Sächsischen Dampfschiffahrt beizutragen.

Foto: Erste Fahrt des Dampfers Dresden am 30. Mai 2020 (Foto Nils Teichert).

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