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Mai 2022

DS Pilatus (I)
Die Dampfschiffgesellschaft des Vierwaldstättersees (DGV) hat mit dem 1889 in Betrieb genommenen Dampfer Gotthard sehr gute Erfahrungen gemacht. Daher bestellt sie 1893 bei den Gebrüdern Sulzer in Winterthur ein zweites ähnliches Schiff, welches im Sommer auf Nebenkursen und im Winter auf den Hauptstrecken eingesetzt werden kann.

Foto: Das neue Dampfschiff Pilatus steht hier an der Landungsbrücke 7 in Luzern.

Wegen verspäteter Materiallieferungen zieht sich der Bau des neuen Raddampfers mit dem Namen Pilatus das ganze Jahr 1894 hin. Mitte März 1895 können die ersten Probefahrten ausgeführt werden, die Jungfernfahrt (damals offizielle Probefahrt genannt) kann am 30. Mai stattfinden. Die Betriebsaufnahme erfolgt am 1. Juni 1895.

Foto: Gut besetzt und noch ohne Steuerhaus – das Dampfschiff Pilatus im Jahre 1903.

Das Dampfschiff Pilatus, mit einer Länge von 51.50 Meter und einer Breite von 11.40 Meter (jeweils über alles) erhält eine schrägliegende Zweizylinder-Nassdampf-Verbundmaschine mit einer Leistung von 380 PSi. Das mittelgrosse Schiff kann 550 Personen befördern.

Foto: Stilllager an der Landungsbrücke im August 1936.

1906 versieht man den ungeschützten Steuerstand mit einem Steuerhaus. Die Leute am Steuerrad dürften diese Neuerung bei den Winterfahrten sehr geschätzt haben. 1918 erhält die «Pilatus» neue Radschaufeln, und zwar diejenigen des abgebrochenen Dampfers Zürich vom Bodensee.

Foto: Im Kriegsjahr 1943 verlässt hier die «Pilatus» die Station Vordermeggen.

1919 wird das DS Pilatus, bei einem starken Föhnsturm, bei der Einfahrt in den Brunner Föhnhafen auf eine Mole geworfen. Das Schiff erleidet starke Beschädigungen an der Schale und läuft teilweise leck.

Foto: Der morgendliche Frühkurs hat eben Gersau verlassen (Aufnahme vom 30. März 1950).

1925 werden zwei neue Kessel der Gebr. Sachsenberg in Rosslau an der Elbe eingebaut. Ein Jahr später wird der Salon verlängert und mit neuen Stühlen versehen. Bis nach dem Zweiten Weltkrieg steht die «Pilatus» ganzjährig im Einsatz.

Foto: Am 27. Mai 1959 wartet der Dampfer Pilatus in der Werft auf einen Einsatz. Daneben das vor der Ausserdienststellung stehende Dampfschiff Schwyz (I).

Erst als 1951 eine geplante Umstellung der Kesselfeuerung auf Schweröl nicht gemacht wird, ist das Ende der Betriebszeit des Raddampfers absehbar. Immerhin werden 1958 (!) das Steuerhaus, der Kamin und das Treppenhaus neu gebaut.

Foto: Am 2. August 1962 trifft die «Pilatus» in Weggis ein.

Im September 1966 wird der Dampfer nach einer totalen Fahrleistung von 1’974’254 Kilometern ausser Dienst gestellt. 1971 an Privat verkauft, bleibt die «Pilatus» zunächst für jedermann gut sichtbar in der Werft, so als wolle der Dampfer jeden Augenblick abfahren. 1975 ist das Schiff in die Harissenbucht bei Stansstad verlegt worden.

Foto: Auf einer Leerfahrt zu einer Extrafahrt trifft das DS Pilatus am 22. September 1963 in Bauen ein.

1978 erwirbt das Verkehrshaus der Schweiz das DS Pilatus für die künftige Verwendung in der neuen Schifffahrtshalle des Museums. Die neue Halle wird, mit Einbezug von Kessel, Maschine und einem Rad sowie Einzelteilen des Salons, 1985 eröffnet.

Foto: Am 22. November 1966 läuft das Motorschiff Pilatus (II) vom Stapel. Im Hintergrund warten die Dampfer Pilatus (I) und Italia auf ihr weiteres Schicksal.

Teile des Salontäfers werden in das MS Baslerdybli eingebaut und können heute noch an Bord besichtigt werden. Der Bug und das Steuerhaus stehen in Vitznau und ein Schaufelrad wird bei der Aufschütte in Luzern aufgestellt.

Foto: Vom Pedalo aus fotografiert: Das DS Pilatus kurz vor dem Transfer zur Harissenbucht in Stansstad.

In den Ausgaben 185 und 186 ist die ganze Chronik des Raddampfers Pilatus nachlesbar. Die beiden Ausgaben sind für 10 Franken (ohne Porto) bei der Dampferzeitung erhältlich.

Foto: Ein trauriger Anblick: Die «Pilatus» wird «zurückgebaut». Hätte man diesen Zeitzeugen nicht erhalten können?

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