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März 2019

DS Bonivard
Die damalige Compagnie de l‘Helvétie benötigt ein schnelles Schiff und bestellt am 25. September 1867 bei Escher Wyss & Cie. in Zürich einen Glattdeckdampfer. Dieser kann am 29. Juni 1868 in Betrieb genommen werden und ist sofort sehr beliebt bei den Fahrgästen.

Der Schiffsname Bonivard soll an einen Genfer Patrioten erinnern, der einige Zeit im Schloss Chillon gefangen war. Seine Geschichte inspirierte Lord Byron zu seinem Gedicht «Der Gefangene von Chillon».

Als erstes Schiff auf dem Genfersee erhält der Raddampfer eine schrägliegende Hochdruck-Verbundmaschine. Weniger fortschrittlich ist der sich noch im Heck befindliche leicht erhöhte Steuerstand. Die Tragkraft des Dampfers erlaubt es bis zu 900 Personen mitzunehmen.

1873 übernimmt die neu gegründete CGN die «Bonivard».

1885 wird sie zu einem Halbsalondampfer umgebaut und erhält gleichzeitig zwei neue Kessel. Nach dem Umbau steht das Schiff oft im Einsatz und erreicht hohe Fahrleistungen.

1899 ist deshalb eine Totalrevision mit Stapelgang nötig. Die Aufbauten müssen teilweise neu erstellt oder saniert werden. Das Mobiliar im Erstklass-Salon ersetzt man ganz. Trotzdem ist bereits zwei Jahre später wieder eine Hauptrevision nötig.

1911/12 erhält die «Bonivard» moderne Räder mit kleinerem Durchmesser, entsprechend sind die Radkästen anzupassen. Diese haben nun das bekannte Strahlenmuster.

Am 21. Mai 1923 kommt es zu einer Maschinenhavarie, welche den Dampfer bis zum 17. Juni stilllegt.

Am 16. November 1924 strandet der Dampfer bei Bouveret auf einer Sandbank der Rhônemündung, er nimmt dabei aber keinen Schaden. Dagegen hat ein Vorfall im Folgejahr am 17. März grosse Auswirkungen. Um Mitternacht kommt es infolge Nachlässigkeit des Schiffswirts im Dienstraum in der Nähe des Salons zu einem Brand. Die Flammen ergreifen das ganze Schiff und gefährden den nebenan liegenden Raddampfer Evian. Erst am frühen Morgen des 18. März kann das Feuer gelöscht werden. Während die Versicherungsgesellschaft der Meinung ist, die «Bonivard» könne wieder aufgebaut werden, verzichtet die CGN auf Grund des Alters darauf. Sie verkauft die Überreste an die Sagrave, ein Kies- und Sandtransportunternehmen. Diese erbaut aus der Schale zwei Lastboote, welche den Namen Léman I und Léman II erhalten.

Die CGN bestellt als Ersatz bei den Gebr. Sulzer ein neues Dampfschiff, das die Grösse der «Valais» haben soll. 1927 kommt die «Rhône» (III) als allerletzter Raddampfer auf dem Genfersee in Fahrt.

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