Lago Maggiore (NLM)

Das Dampfschiff Piemonte in malerischer und geschichtsträchtiger Umgebung.(Foto Mario Gavazzi, 12. Januar 2026)
Das Dampfschiff Piemonte in malerischer und geschichtsträchtiger Umgebung.
(Foto Mario Gavazzi, 12. Januar 2026)

Lago Maggiore-Dampfer Piemonte nach Revision wieder im Einsatz

Der 12. Januar 2026 kann als Beginn der diesjährigen Dampfschiffsaison bezeichnet werden. Bei fast schon spätwinterlichen, angenehmen Temperaturen folgten weit über hundert Gäste der Einladung der Gestione Governativa Navigazione Laghi Italia zur Wiedereinweihung von Italiens ältestem einsatzfähigen Raddampfer, der 1904 in Dienst gesetzten «Piemonte». Während über zwei Jahren wurde er revidiert und pünktlich zum Beginn des 200-Jahr-Jubiläums der maschinengetriebenen Schifffahrt auf dem Langensee erscheint er wieder auf der Bildfläche.

 

Am Festakt und der Medienorientierung skizzierten vom zuständigen Ministerium in Rom der Senator und Staatssekretär Alessandro Morelli und von der Unternehmungsleitung Gestore Dr. Pietro Marrapodi die wichtigsten Punkte der Sanierung des Schiffes. Den Auftrag für diese Arbeit erhielt das Unternehmen Casa del Motore in La Spezia. Die neuen Dampfkessel wurden von Garioni Naval geliefert. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 3,9 Millionen Euro, eine lohnenswerte Investition mit Blick auf die Möglichkeiten des Einsatzes der «Piemonte». Ergänzende Angaben zur Revision erfuhr man vom Chef Technik der staatlichen Gestione, welche zuständig ist für die drei grossen oberitalienischen Seen (Garda, Como und Maggiore): Ingenieur Paolo Mazzucchelli berichtete über die komplexen Zusammenhänge bei der Technik eines 122jährigen Schiffes mit Blick auf die aktuellen und künftigen Betriebsbestimmungen. Der Betriebsdirektor des Lago Maggiore, Ingenieur Claudio Bermano, orientierte über die Phasen der Indienstnahme und die Ausbildung neuer Maschinisten.

 

Jubiläumsanlässe 2026

200 Jahre Dampfschifffahrt Lago Maggiore – das ist ein Jubiläum, welches gefeiert werden soll und darf. Unter den Gästen weilten einige Vertreter des Vereins Associazione Verbano 26. Präsident Antonio Leucci stellte eine Vielzahl von Anlässen in Aussicht, welche der sowohl in Italien wie in der Schweiz tätige Verein durchführen wird. In Zusammenarbeit mit der Schifffahrtsunternehmung gelangen sowohl moderne Schiffe wie auch die «Piemonte» zum Einsatz. Die Details werden in Kürze vorgestellt.

 

Zwei Jahrhunderte Schifffahrtsgeschichte in guten und schwierigen Zeiten bergen viel Stoff in technischer, betrieblicher und politischer Hinsicht. Bei der Archivpflege ist unter anderem mit Ingenieur Piero Ferrozzi ein früherer Betriebsdirektor der Navigazione Lago Maggiore tätig. Er hat bereits eine Anzahl Daten und Fakten zusammengetragen.

 

Auch Dampferfreunde waren dabei

Neben der erwähnten Associazione Verbano 26 hat sich letztes Jahr auch am Comersee eine Dampferfreunde-Organisation gebildet. Präsident Francesco Albarelli (Bildmitte) weilte unter den Gästen der «Piemonte»-Feier. Auch in Como blickt die maschinengetriebene Schifffahrt auf 200 Jahre ihres Bestehens zurück. Die Associazione Piroscafi Lariani will sich für die beiden Dampfer Patria und Concordia einsetzen. Sie blicken 2026 auf 100 Jahre ihres Daseins zurück. Im Vordergrund steht die beschlossene Revision des Dampfers Patria. Die Vereinigung bereitet einige Jubiläumsanlässe vor und wird mit der Schifffahrtsunternehmung zusammenarbeiten.

 

Erste Fahrten

Im Anschluss an den Festakt unternahm die «Piemonte» eine 90minütige Einweihungsfahrt bis auf Höhe der Borromäischen Inseln. Zwei Tage nach der Einweihung stand DS Piemonte erneut im Einsatz. Anfangs Februar findet in den italienischen Alpen die Winterolympiade statt und das traditionelle olympische Feuer wurde am 14. Januar an Bord des Dampfers im Bereich des Centro Lago (Inselgruppe) über den See befördert. Der gelungene Auftakt zum Jubiläumsjahr wird eine wichtige Grundlage sein für eine erfolgreiche Zukunft der Schifffahrt des Lago Verbano, wie der Lago Maggiore ursprünglich genannt wurde.

 

Der Bericht stammt von unserem Mitarbeiter Mario Gavazzi.