Der Vorstand setzt sich zusammen aus dem Präsidenten Francesco Albarelli sowie Inge Riemersma und Marcello Baldrati. Sie haben sich in unterschiedlicher Form seit Jahren einen Namen geschaffen in der bisher locker organisierten Bewegung auf digitalen Plattformen eine Diskussionsebene geschaffen. Diese mündete in die Gründung der Vereinigung.
Die Zielsetzung des Vereins umfasst in erster Linie die drei historischen Schiffe Patria, Concordia und Milano. Während die «Patria» seit ihrer Ausrangierung 1990 viele Hochs und Tiefs erlebt und derzeit auf eine erneute Generalrevision wartet, kann die «Concordia» im Fahrdienst erlebt werden. Einschränkend wirken hier der akute Personalmangel und Schäden primär am Antrieb. Das Dampfschiff Concordia verkehrte 2025 in unterschiedlicher Intensität.
Ein sicherer Wert in betrieblicher Hinsicht ist das 1904 erbaute Dampfschiff Milano. Nach zwei Jahrzehnten Einsatz mit Schaufelrädern wurde es in ein Dieselmotorschiff mit Schraubenantrieb umgebaut. Damit verbunden waren architektonische Eingriffe. Sie wurden in einer Revision Ende der 1980erjahre weitgehend rückgängig gemacht, sodass die «Milano» aus Distanz wie ein Raddampfer aussieht.
Oberstes Ziel – viele Mitglieder
Die Vereinigung steht vor grossen Herausforderungen, gilt es doch, viele Interessierte für eine Mitgliedschaft zu gewinnen. Das über alle Grenzen hinweg.
Im Weiteren will sie möglichst schnell einen positiven Einfluss auf die Entwicklung der Schifffahrt und ihrer Flotte ausüben. Ziel ist es, die «Concordia» regelmässig von Frühjahr bis Herbst im Betrieb zu sehen. Ihr Einsatz sollte sich nicht auf die Wochenenden beschränken. Die Fahrplanperioden während der warmen Jahreszeiten wurde zeitlich ausgedehnt und das nährt den Wunsch, diesen Dampfer bis in den Spätherbst fahren zu lassen.
Die Revision des Dampfers Patria ist vom zuständigen Ministerium in Rom beschlossen worden, die Finanzierung ist gesichert. Der Personalmangel bei der Navigazione selbst und die Schwierigkeit, zeitnah die Revision mit ihren immer schwieriger zu erfüllenden Bedingungen einzuleiten, verzögert das Projekt immer wieder. Von Seiten der Dampferfreunde wird man das kaum ändern können. Vielmehr setzt sich der Vorstand für eine stilgerechte Renovation ein, die sich möglichst stark am Original orientiert. Selbstverständlich soll die Zahl der Innenplätze grösser sein als bisher. Die nötigen zusätzlichen Aufbauten sollen jedoch moderat erfolgen, um dem Gesamtbild nicht zu sehr zu schaden.
Schifffahrt vor Herausforderungen
Die Schifffahrt der drei grossen oberitalienischen Seen (Garda, Como und Maggiore) ist seit Ende der Corona-Massnahmen von mannigfachen Problemen umgeben. Besonders der Comersee hat die Fahrgastfrequenzen seither nahezu verdoppelt, ohne dass die Flotte signifikant gewachsen ist. Einzelne Schiffe wurden von anderen Seen umgesiedelt und periodisch gehen neue Einheiten in Dienst. Sie vermögen den Ansturm des Publikums indes nur teilweise aufzufangen.
Der Mangel an Schiffen und die Tatsache, dass einzelne Einheiten über Monate schadensbedingt ausser Dienst stehen und wegen Personalmangels nicht repariert werden können, schränkt die Möglichkeiten hinsichtlich einer Fahrplanverdichtung ein.
Daran können die Dampferfreunde zwar nichts ändern. Sie setzen sich mittels Öffentlichkeitsarbeit ein, einen positiven Druck auf die Verantwortlichen der Navigazione auszuüben mit dem Ziel, wirksame Gegenmassnahmen umzusetzen.
Zusammenarbeit nach allen Seiten
Die Ausrangierung von DS Patria vor mittlerweile 35 Jahren hat eine Gegenbewegung ausgelöst. Dies nicht in Form einer Dampferfreunde-Vereinigung, was nun mit der Gründung der APL geschieht. Einen Namen gemacht in der Causa Patria hat sich die 1969 gegründete Kulturvereinigung Famiglia Comasca.
Mit ihr arbeitet die APL seit ihrer Gründung zusammen. Die beiden Organisationen ergänzen sich, indem die Famiglia Comasca den Fokus weiterhin und vor allem innerhalb der politischen Instanzen auf die «Patria» legt. Das ist insofern wichtig, weil das Schiff nicht mehr der Gestione Governativa Navigazione Laghi gehört, sondern vor Jahren ins Eigentum der Provinzregierung und -verwaltung Como überführt worden ist.
Die APL richtet sich breiter aus und wird auch den Dampfer Piemonte auf dem Lago Maggiore in die Tätigkeit einbeziehen. Zu einem späteren Zeitpunkt werden die Fühler auf den Lago di Garda mit den beiden Radschiffen Italia und Zanardelli ausgestreckt.
Jubiläen stehen an
Neben der dringend notwendigen Mitgliedersuche widmet sich die APL einigen Jubiläen im Jahr 2026. Die Zeit drängt auch hier, feiern doch die beiden Dampfer Concordia und Patria je 100 Jahre Existenz. Die maschinengetriebene Schifffahrt blickt sowohl auf dem Comer- wie dem Langensee auf 200 Jahre Betrieb zurück.
Die APL wird versuchen, zusammen mit Partnerorganisationen oder auch allein einige Jubiläumsaktivitäten zu entwickeln. Gleiches geschieht auf dem Lago Maggiore durch die Vereinigung AssociazioneVerbano26. Mit dieser grenzüberschreitenden Institution arbeitet man zusammen. Im Fokus steht Dampfschiff Piemonte, das im Herbst 2025 nach einer Revision wieder in Dienst gehen wird.
Auf gutem Weg zum richtigen Ziel
Die APL entwickelt viele Aktivitäten und sie pflegt enge und intensive Beziehungen mit den Medien. Die Vernetzung ist wichtig und erfasst auch Kontakte zu Dampferfreunde-Vereinigungen über alle Grenzen hinweg.
Auf den Comersee bezogen erhebt sie den absolut unbestrittenen Anspruch, den leitenden
Organen der staatlichen Schifffahrt auf Augenhöhe zu begegnen und positiven Einfluss zu Gunsten der historischen Schiffe zu nehmen.
Die Dampferzeitung und der Autor dieses Berichts wünschen der APL den verdienten Erfolg, einen langen Atem und möglichst schnell viele Menschen, die sich als Mitglieder einschreiben und der Organisation das nötige Gewicht verleihen. Wir sind überzeugt, die Vereinigung wird über die Grenzen des Lago di Como eine wichtige Stütze für die Dampfschifffahrt sein. Helfen wir mit, die guten Ziele der APL zu unterstützen!
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