«Es läuft wie geschmiert» – so etwa wird sich der damalige Verwaltungsratspräsident der Dampfschiffgesellschaft des Vierwaldstättersees (DGV), alt Schultheiss (heute Regierungspräsident) Julius Schnyder, an der Verwaltungsratssitzung vom 30. September 1899 geäussert haben. So konnte die Gesamtfrequenz im Jahr 1889 von 870’988 Personen innerhalb von zehn Jahren auf 1’263’832 Fahrgäste, das sind 45%, gesteigert werden.
Wir lesen im Geschäftsbericht der DGV des Jahres 1899 folgende Passage (die Neue Zürcher Zeitung berichtete darüber):
Im Geschäftsbericht war zu lesen:
«Gegenwärtig sind die bestehenden Sommerschiffe so in Anspruch genommen, dass erhebliche Mehrleistungen denselben kaum zugemutet werden können. Längere Dienstuntauglichkeit eines der grösseren Schiffe würde uns unangenehme Verlegenheit bereiten. Allerdings weiss unser Unternehmen infolge der guten Instandhaltung des Fahrmaterials wenig von derartigem Vorkommnissen; allein solche Fälle können um so eher eintreffen, je mehr Schiff angestrengt sind und je mehr Dienstjahre, resp. je grössere Leistungsquantitäten dieselben hinter sich haben.Wenden wir unsere Blicke nach auswärts, so sehen wir auch, dass überall derartige Unternehmungen mit keineswegs so günstigen finanziellen Verhältnissen die grössten Anstrengungen machen, um den Dienst zu verbessern und den Wünschen des Publikums zuvorzukommen.
Wenden wir unsere Blicke nach auswärts, so sehen wir auch, dass überall derartige Unternehmungen mit keineswegs so günstigen finanziellen Verhältnissen die grössten Anstrengungen machen, um den Dienst zu verbessern und den Wünschen des Publikums zuvorzukommen.
Nach einlässlicher Beratung sind wir daher dazu gekommen, den Bau von zwei neuen Schiffen zu beschliessen.
Diese neuen Fahrzeuge, wovon eines bei der Firma Gebrüder Sulzer in Winterthur, das andere bei der Firma Escher, Wyss und Cie. in Zürich bestellt ist, sind grosse Salonschiffe von mindestens der Leistungsfähigkeit unserer «Germania» und «Italia», und sollen punkto Ausstattung und Bequemlichkeit der Einrichtungen den weitgehendsten Anforderungen entsprechen.
Grösse und Bauart der beiden neuen Schiffe sind die gleichen. Der Schiffskörper erhält eine Länge von 59 m und eine Breite (zwischen den Radkasten) von 6,8 m; die Geschwindigkeit soll 26 Kilometer per Fahrstunde betragen.
Die Hauptdispositionen sind: Ein möglichst grosses, freies Oberdeck mit Rauchkabine; auf Hauptdeck für die erste Klasse ein eleganter, grosser, heller Salon mit Veranda; für die zweite Klasse eine geräumige Kajüte unter Deck und ein Salon mit Büffet auf Deck. Im übrigen alle gewöhnlichen, mit möglichstem Komfort ausgestatteten Räumlichkeiten.
Die Gesamtkosten für die beiden Schiffe werden sich zusammen auf ca. Fr. 690,000.—belaufen. Das eine Schiff wird den Namen «Uri», das andere «Unterwalden» erhalten; gleichzeitig soll dann auch die «Schweiz» – nachdem schon eine «Helvetia» vorhanden – in «Schwyz» umgetauft werden, um so die Namen der vier Uferkantone durch vier grosse Schiffe repräsentiert zu haben.
Das zuerst zu bauende Schiff soll im Frühjahr 1901, das zweite im Spätherbst desselben Jahres zur Ablieferung gelangen.»
Die Schiffsliste aus dem Jahr 1899 zeigt welche Schiffe in diesem Jahr im Einsatz standen.
An der Schwelle des neuen Jahrhunderts wird in der Werfthalle mit dem Bau der «Uri» begonnen. Im Geschäftsbericht der Jahres 1900 lesen wir dazu untenstehendes.
Es ist so weit – der erste der beiden neuen Raddampfer wird fertig gestellt und dem Betrieb übergeben.
In einem Feuilleton einer Luzerner Tageszeitung stand untenstehendes geschrieben:
Von einer Weihefahrt
Es ist Nachmittag, so um die zweite Stunde herum. Der Himmel lacht und das Gebirge, es lachen die Sonne und der lichtblaue See. Wohin man blickt, lacht es einem entgegen. Hochzeit ist ja heute. Wie eine Braut festlich geschmückt, harrt in blitzblankem Kleide, am Ufer das neueste Schiff der Vierwaldstättersee-Flottille seiner Vermählung mit dem See. Lustig flattern die Rahen und Masten Wimpel aller Farben – ein bunter Brautkranz. Vergnügte Gäste, die zur Hochzeit geladen, bewundern die Braut und huldigen ihrer Schöne. Dann ein Choral der Dampfpfeife und strahlend vor Glück stösst «Uri» – so ist das Schiff benannt – vom Lande. Die Wellen singen ein Brautlied und der Luegisland schwingt seinen Fahnen. Glückauf!
Da niemand von uns Lesenden die «Uri» im Zustand von 1901 beschreiben kann, lassen wir den Feuilleton-Schreiber nochmals zu Wort kommen:
Im Geschäftsbericht der DGV von 1901 folgendes:
Die Flotte der DGV beförderte im Jahr 1901 insgesamt 1’356’538 Personen, die Schiffe legten dabei beachtliche 409’343 Kilometer zurück. Interessant ist auch die Tabelle mit dem Kohlenverbrauch.
Bereits im Mai, dem Monat der Inbetriebnahme, wird die «Uri» 22mal nach Flüelen und je einmal nach Alpnachstad und Küssnacht eingesetzt. Dabei legt sie 1’876.63 Kilometer zurück. Spitzenreiter in jenem Monat ist das DS Gotthard (II) mit 3’527.60 Kilometern (34mal nach Flüelen, 16mal nach Alpnachstad und 7mal nach Küssnacht).
Ende des Jahres 1901 sieht es folgendermassen aus: Gesamthaft, von Mai bis Oktober (im November und im Dezember stand der Dampfer Uri nicht im Einsatz), legt die «Uri» 18’364.55 Kilometer zurück. Sie bediente dabei die Strecke nach Flüelen 212mal, nach Alpnachstad 1mal und die Linie nach Küssnacht 3mal. Insgesamt war sie während 1’059.55 Stunden unterwegs. Spitzenreiter in diesem Jahr ist das Dampfschiff Helvetia das 37’859.60 Kilometer zurücklegte und während 2’285.05 Fahrstunden im Einsatz stand. Die «Helvetia» war ganzjährig im Einsatz und befuhr dabei die Strecke nach Flüelen 282mal, nach Alpnachstad 301mal und Küssnacht 116mal!
Der Sommerfahrplan des Jahres 1901 startete am 1. Juni. Wie lange dieser dauerte, ist unbekannt! Zu beachten gilt es auch, dass die Dampfschiffe entweder am Schweizerhofquai und/oder am Bahnhof die Stadt Luzern verliessen. Bei der Ankunftszeit in Luzern ist nicht ersichtlich auf welcher Seeseite die Schiffe anlegten (vermutlich auf der Bahnhofseite wegen der Anschlüsse). Die Fahrzeiten zwischen den Stationen waren ähnlich wie heute…
Die DGV erlebte ein sehr gutes Jahr, denn es konnten sage und schreibe 2’396’061 Personen befördert werden. Dies Dank ausgezeichnetem Wetter in den Monaten Mai bis September und der guten Konjunktur. Noch ahnte niemand, dass es bald Krieg geben würde.
Nach zehn Betriebsjahren wurden auf der «Uri» die Maschine und die beiden Räder revidiert, zudem sind an beiden Kesseln die Überhitzerrohre erneuert worden. Daneben wurde verfaultes Holz an Deck und den Innenräumen ersetzt.
Die «Uri war vom April bis zum Oktober im Einsatz. 284mal war der Dampfer auf der Flüelerroute im Einsatz und einmal war sie in Küssnacht anzutreffen. Das Dampfschiff Uri legte in diesem Jahr 24’557 Kilometer zurück. Von den grossen Einheiten hatte nur die «Unterwalden» mehr geleistet, nämlich 24’988 Kilometer. Dass die «Uri» das sparsamste grosse Dampfschiff ist beweist der durchschnittliche Kohlenverbrauch: Dieser beträgt im Jahr 1911 durchschnittlich 24 Kilogramm pro Kilometer (das Schwesterschiff Unterwalden verbraucht, bei fast gleichen Kilometerzahlen, 25.3 Kilogramm).
Die DGV beförderte in diesem Jahr 1’396’257 (1920: 1’211’246) Personen. Das gute Jahr liess die DGV in den Schiffsunterhalt und ins Personal zu investieren. Zum Geschäftsjahr 1921 steht im Geschäftsbericht folgendes geschrieben:
Zum Zustand der Schiffe sagt der Geschäftsbericht untenstehendes aus.
Über den Einsatz der Schiffe, insbesondere der zwanzigjährigen «Uri», sagt der Geschäftsbericht nichts aus. Nicht einmal eine Flottenliste liegt diesem bei.
Die DGV transportierte im Jahr 1931 genau 1’888’086 Personen. Die Leistungen im Fahrplan sind im gesamten um 38’136 Kilometer vermindert worden. Die Dampfschiffe legten 344’703 Kilometer gegen 392’290 Kilometer zurück. Die Leistungen der Motorschiffe stiegen von 85’870 Kilometer auf 95’321 Kilometer, indem einzelne Kurse statt mit Dampfbooten den Motorbooten zugeteilt wurden.
Mit der Inbetriebnahme des, im Eigenbau entstandenen, Motorschiffs Mythen wuchs die Flotte der DGV auf 23 Schiffe an. Es waren 16 Dampfschiffe und 7 Motorschiffe im Betrieb. Die Flottenliste zeigt auch den Buchwert des «Fahrmaterials» und des Inventars auf, dieser betrug 4’405’520.80 Franken!
Über das schlechte Jahresergebnis sagt der Jahresbericht folgendes aus:
Am 7. Januar kollidierte das Dampfschiff Uri mit dem Trajektschiff. Am Bug der «Uri» entstanden grössere Schäden, die Bugzier wurde so stark beschädigt, dass diese, vermutlich aus finanzieller Not, nicht mehr repariert wurde.
Jubiläumsjahr der Eidgenossenschaft: Mitten im Krieg feiert die Schweiz ihren 650. Geburtstag. Daher nimmt der Binnenverkehr massiv zu: Jede und jeder wollte den Willen zur Unabhängigkeit der Schweiz mit einem Besuch auf dem Rütli beweisen. Die Frequenz stieg auf 2’486’325 Personen an, dies ist die höchste Fahrgastzahl seit dem Bestehen des Unternehmens! Die Frequenzen der Station Rütli stiegen von 48’155 Personen im Vorjahr 1940 auf 287’056 Personen an.
Die gesamte Fahrleistung der Schiffe betrug 299’953 Kilometer, davon bereits 51’294 Kilometer der Motorschiffe (das Dieselöl war rationiert). Spitzenreiter war das DS Gotthard mit 46’121 zurückgelegten Kilometern an 331 Tagen. Gefolgt vom DS Pilatus mit 32’996 Kilometern an 271 Tagen. Bereits auf dem dritten Platz folgt die «Uri» mit 28’338 Kilometern an 256 Tagen. Alle drei Schiffe waren in jedem Monat im Dienst. Das zehnjährige Motorschiff Mythen wurde an 227 Tagen eingesetzt und leistete beachtliche 25’449 Kilometer.
Der Zweite Weltkrieg ist seit sechs Jahren vorbei. Bei der DGV geht es langsam, aber sicher aufwärts. Ausser im Jahr 1951. Hier beklagt der Verwaltungsrat das Saisonergebnis.
Das nennt man heutzutage «Jammern auf hohem Niveau»…
Als Highlight des Jahres 1951 bezeichnet der Geschäftsbericht die Inbetriebnahme des MS Titlis.
Dieses Schiff ist am 11. Dezember 1951 eingeweiht und dem Betriebe übergeben worden. Auch dieses Schiff ist das Werk unserer eigenen Werft. Obering. R. Furrer hat es, aus reicher Erfahrung und grossem technischen Können schöpfend, konzipiert mit unserem technischen Stab konstruiert und zur Ausführung gebracht. Meister F. Bucher hat die Arbeit mit einem trefflichen Team werfteigenen Personals von grosser Sachkenntnis, Zuverlässigkeit und Energie durchgeführt und überwacht. Von ein paar Kinderkrankheiten abgesehen, hat sich das Schiff im Dienste gut bewährt.
Durch die Inbetriebnahme von MS Titlis» und den bereits erwähnten Umbau von DS «Schiller» auf Oelfeuerung wird die Wirtschaftlichkeit unseres Betriebes eine weitere Förderung erfahren, was umso wichtiger ist, als es ja kaum auf anderem Wege möglich wäre, den neuerlichen Kostenanstieg bei den Löhnen und Betriebsstoffen aufzufangen und auszugleichen. Im laufenden Jahr werden die getroffenen Massnahmen erlauben, die unwirtschaftlichen Leistungen kohlengefeuerter Dampfer, die 1948 noch 72,4% der gesamten Fahrleistungen ausmachten, auf ca. 13 bis 15% reduzieren.
Am 13. März 1951 wehte ein ausserordentlich langer Föhnsturm. Die «Uri» war auf dem Kurs 17 zwischen Gersau und Trieb unterwegs, als eine heftige Böe den Dampfer erfasste. Ungefähr 50 m2 vorspringendes Dach wurden weggerissen, der vordere Mast bricht und wird über Bord geworfen.
In diesem Jahr erhielt die «Uri» eine komplette Revision der Maschinenanlage.
Die gesamte kilometrische Leistung umfasst 347’866 Kilometer gegenüber 350’344 Kilometer im Vorjahr. Die «Uri» ist Spitzenreiter bei den Dampfschiffen: Sie ist an 225 Tagen im Einsatz und legt dabei 31’788 Kilometer (Januar bis Oktober) zurück. Ein Jahr vor der Ausserdienststellung legt die kleine «Rigi», aus dem Jahr 1848, immerhin noch 17’415 Kilometer zurück!
Die Motorschiffe haben nun endgültig die Spitze bei den Fahrleistungen übernommen: Das MS Waldstätter legt an 342 Tagen insgesamt 55’325 Kilometer zurück!
Das Jahr 1961 brachte eine ausgezeichnete Frequenz von 2’682’599 beförderten Personen. Diese Zahl liegt 7,43% über dem Vorjahr und 4,27% über dem Rekordjahr von 1959. Die gesamte Fahrleistung der Schiffe beträgt 398’210 Kilometer; aufgeteilt in Dampf-Kilometer von 98’135 Kilometer und Motor-Kilometern von 300’075 Kilometern.
An der «Uri» wird viel gearbeitet: Die im Vorjahr begonnenen Veränderungen am Schiff werden fortgeführt. Der Dampfer erhält zwei neue, um je 7,2 Meter einziehbare Teleskopmasten und Aufbau eines 34 Meter langen Schutzdaches aus Leichtmetall auf dem achteren Oberdeck. Die Rudersteuerung wird auf elektrischen Betrieb umgestellt.
Wiederum Spitzenreiter bei den Dampfschiffen! Die «Uri» legt an 170 Einsatztagen insgesamt 19’606 Kilometer zurück. Von den noch vorhandenen «Kohledampfern» ist die «Italia» mit 2’165 Kilometern an der Spitze. Bei den Motorschiffen legt die (fast) neue «Rigi» beachtliche 58’104 Kilometer zurück.
2’576’095 Personen beförderte die SGV in diesem Jahr. Das sind 215’048 Personen mehr als im Vorjahr.
Dazu steht im Geschäftsbericht folgendes zu lesen:
Im gleichen Geschäftsbericht steht es definitiv geschrieben, dass das DS Wilhelm Tell ausser Dienst gestellt und verkauft wurde. Kein Wort ist zu lesen, dass weite Teile der Bevölkerung mittels Petitionen und Demonstrationen sich gegen dieses Vorhaben gewandt haben. Die Strategen der SGV haben sich hier massiv getäuscht, denn dies war der Startschuss zur Dampferfreunde-Bewegung. Diese haben es nach langem hin und her geschafft die übrigen fünf Raddampfer zu erhalten.
Ein weiteres Dampfschiff nahm Abschied:
Alle Schiffe legten im Jahr 1971 gesamthaft 401’021 Kilometer zurück. Das Dampfschiff Uri erreichte 11’633 an 114 Betriebstagen. Spitzenreiter bei den Dampfschiffen war die schnelle «Gallia» mit 17’634 Kilometern; bei den Motorschiffen erreichte das MS Rigi mit total 48’682 Kilometern den Spitzenrang.
Das Fachorgan «Dampfer-Vapeur-Steamer», der Vorläufer der Dampferzeitung, schrieb in der allerersten Ausgabe folgendes:
Die Dampferkilometer haben leider beträchtlich abgenommen, da der Kurs 9-20 (Luzern ab 09.45 Uhr) ausgefallen ist. Daneben haben aber die Extrafahrten erfreulicherweise zugenommen. Zweimal kam es vor, dass die drei grössten Vierwaldstättersee-Dampfer ZUSAMMEN eine Sonderfahrt ausführten. Die Behauptung der SGV Direktion, dass die Dampfschiffe für Extrafahrten nicht gefragt seien, dürfte damit abgeschwächt worden sein. Am meisten Kilometer hat zweifellos die «Gallia» gemacht, den ganzen Sommer die Kurse 7-14, 19-18a und manchmal sogar das Kurspaar 85-84 ausführte. Nur eine Woche lang musste sie in der Werft bleiben um ein Rad zu reparieren. Dafür musste die «Schiller» oft wochenlang in der Werft bleiben. Es reichte ihr nur zu einigen Sonntagsfährtchen.
1971 war für die Dampfer gewiss ein sehr erfolgreiches Jahr. Die Fahrgäste sind durch die vielen Aktionen der letzten Zeit «dampfschiffbewusst»: Mehr denn je schätzen sie es auf einem Dampfer zu fahren. Zudem hat das Wetter das Seine dazu beigetragen, dass die Dampferkurse so gut besucht waren (z.B. Kurs 7a-16 an Sonntagen). Am meisten fasziniert waren die Leute, wenn der Dampfer «Gallia» mit über 56 Touren durch die Wogen des Vierwaldstättersees pflügte, Hr. Muheim, Kapitän der «Gallia» könnte darüber ein Lied singen.
Einsätze der «Uri»
Ab dem 31. Mai 1971 wurde die die «Uri» (im Wechsel mit DS Unterwalden) werktags auf den Kursen 17-26 (ca. 14.15 Uhr ab Luzern nach Flüelen und zurück) und Alpnachstad auf den Kurspaare 65/72 (Luzern ab ca. 10.00 Uhr nach Alpnachstad und zurück) und 77/82 (Luzern ab ca. 14.00 Uhr nach Alpnachstad und zurück) eingesetzt.
1971 hatte das DS Uri scheinbar keinen Bedarf an grösseren Unterhaltsarbeiten. Gem. Flottenplanung war die Ausserdienstellung unmittelbar vorgesehen. Der Dampfer erhielt «nur» neue Treppenstufen zum Oberdeck.
Dazu schreibt «Dampfer-Vapeur-Steamer»:
Ihre beiden Kessel wurden gesäubert und die Ueberhitzer ausgebaut. Sie werden sich noch periodischen Prüfungen unterziehen müssen. Die «Uri» wird erst gegen Pfingsten eingesetzt, bis zum Redaktionsschluss wurde an ihr noch nichts aufgestuhlt, auch liegen die Ueberhitzer noch auf dem Hauptdeck.
Auch wird die Schiffszuteilung bekanntgegeben: Verantwortlicher Schiffsführer auf der «Uri» war Franz Baumgartner, der spätere legendäre «Gallia»-Kapitän.
1’956’461 Personen durften im Jahre 1981 eine Fahrt auf dem Vierwaldstättersee geniessen. Dies ist 1% höher als im Vorjahr.
Die SGV hat auf Druck der Bevölkerung und der Dampferfreunde reagiert und hat die drei Dampfer Schiller, Gallia und Uri erneuert. Bei der «Uri» wurde 1’003’000 Franken verbaut. Der «Brückenbauer» widmete der «Uri» einen Bericht. Zur Erneuerung der «Uri» steht folgendes im Jahresbericht:
Im Zuge der Dampfschiff-Erneuerung erfolgte in den Winterperioden 1978-1981 die Generalüberholung des DS «Uri». Dabei sind unteranderem folgende Arbeiten ausgeführt worden:
Kesselrevision mit vollständiger Erneuerung der Rauch- und Überhitzerrohre sowie Ersatz der Armaturen, Maschinenrevision mit Egalisieren der Schubstangen. Ersatz abgerosteter Schalenbleche. Anfertigung neuer Stahlfender im mittleren Bereich des Schiffes. Ausrüstung der Schaufelräder mit Kunststoffbüchsen. Einbau eines Fäkalientankes und Erneuerungen der Toiletten. Erneuerung der Radkastenbleche und der Aussenwände des 2.-Klass-Restaurants in Aluminiumblech. Abdeckung des Oberdecks und des Mittelschiffs mit PVC-Belägen. Neues Holzdeck im Vorschiff und Reparatur im Hinterschiff. Neues Schanzkleid vorn mit Bugverzierung von Kunstschlosser Bünter, Vitznau, und teilweise Erneuerung der hinteren Schanzkleidpartien. Restaurierung der Aufenthaltsräume. Einbau neuer Kühlschränke für die Restauration.
Es gab auch Zuwachs bei der Flotte:
Mit Kaufvertrag vom 1. April 1981 wurde von der Deutschen Bundesbahn ihr Bodensee-Motorschiff «Sperber», Baujahr 1953, gekauft.
Nach teilweiser Montage für den Transport auf der Strasse wurde das Boot vom 18. bis 20. Mai 1981 von der Bodanwerft nach Luzern überführt und vom 20. Mai bis 29. Juni 1981 unter Mithilfe unseres Personals wieder zusammengebaut.
Am 4. Juli 1981 erfolgte die Jungfernfahrt, auf der es von Dekan Käslin von Beckenried auf den Namen «Brisen» getauft wurde. Es fand allgemein Anklang und legte bis Ende Jahr 10’721 km zurück. Im November wurde es auf das Schwimmdock genommen, um eine Generalüberholung durchzuführen.
Im Heck des Bootes wurden für die Reinigung und Kontrolle der Schale neue Lukendeckel angefertigt, ein neues Holzdeck verlegt, die Ruderanlage revidiert und zwei zusätzliche Treibstofftanks à 160 Liter eingebaut. Bei der Ausladung wurden neue, erhöhte Poller aufgebaut. Die alte Verstärkeranlage wurde ersetzt.
Die Schiffe legten in diesem Jahr 350’557 Kilometer zurück. Die «Uri» legte 9’375 Kilometer an 85 Tagen zurück. Spitzenreiter bei den Dampfschiffen war die «Gallia» mit 12’277 Kilometern an 117 Tagen. Bei den Motorschiffen war die «Rigi» an 352 Tagen im Einsatz und fuhr 49’192 Kilometer.
Einsätze der «Uri»
Die «Uri» durfte mit zwei Fahrten am Donnerstag, 28. Mai nach Alpnachstad die Dampfersaison 1981 eröffnen. Im Juni und September war die «Uri» auf dem Kurspaar 9-20 (Luzern ab ca. 9.30 Uhr nach Flüelen und zurück) eingeteilt. In den Sommermonaten war sie Richtung Stansstad und Alpnachstad (Kurse 65/70, Luzern ab ca. 10.00 Uhr und 77/82, Luzern ab ca. 14.00 Uhr) anzutreffen.
Im 90. Betriebsjahr der «Uri» gab es wieder etwas zu feiern – 700 Jahre Schweizerische Eidgenossenschaft! Dies liess die Besucherzahlen auf dem Vierwaldstättersee emporschnellen. Im Vorwort des Geschäftsberichts schrieb der damalige Verwaltungsratspräsident Dr. Hermann Heller folgendes (Auszug):
Das Jubiläumsjahr der Eidgenossenschaft hat sich für unsere Schifffahrtsgesellschaft fast wie ein Wunder ausgewirkt. Während im touristischen Umfeld als Folge des Golfkrieges, der zunehmend schlechter gewordenen Wirtschaftslage und des Bruderkrieges in Jugoslawien rückläufige Zahlen notiert werden mussten, wurden bei der SGV alle bisherigen Bestergebnisse weit übertroffen.
Die Frequenzen stiegen sprunghaft an und erreichten mit 3’328’249 beförderten Passagieren eine noch nie erlebte Spitze. Die bereits sehr gute Passagierzahl des Vorjahres wurde um fast unwahrscheinlich anmutende 53,3% überboten.
Zum betrieblichen äusserte sich der damalige Direktor, Dr. Hans Meiner, wie folgt (Auszug):
Auf den zu erwartenden Grossandrang im Jubeljahr der Eidgenossenschaft hat sich die SGV intensiv vorbereitet. Für die Verwirklichung des geplanten Angebots waren seit 1987 Investitionen für den Ausbau und die Erneuerung der Flotte und Landungsanlagen im Ausmass von rund 25 Mio. Franken erforderlich, an die Bund und Kantone insgesamt 13,6 Mio. Franken beigetragen haben.
In der Zeit vom 1. Mai bis 20. Oktober wurde auch der Fahrplan zwischen Luzern und dem Urnersee wesentlich verdichtet. So fuhren beispielsweise an zahlreichen Tagen im Anschluss an die kurz vor 9 Uhr eintreffenden Züge drei Schiffe ab Luzern in Richtung Urnersee: MS «Waldstätter» als fahrplanmässiger Direktkurs ohne Halt bis Treib. DS «Unterwalden» als Kurs 7 und DS «Uri» oder «Schiller als Entlastungsschiff bis Rütli.
Die «Uri» wurde, neben zahlreichen Supplementsfahrten, im Sommerfahrplan auf den Kursen 73/78 (Luzern ab 13.00 Uhr nach Alpnachstad und zurück) sowie 23/24 (Luzern ab ca. 16.20 Uhr direkt nach Vitznau und zurück über Weggis) eingesetzt.
Bereits am 29. September 1991 steht die «Uri» zum letzten Mal vor der grossen Revision, die sich bis zum Frühjahr 1994 hinzieht, zum letzten Mal im Einsatz. Nachdem beschlossen war, das Schiff in das Aussehen der 1950er Jahre zurückzuführen (nicht mehr alpnachgängig), wurde die «Uri» an diesem Tag auf das Kurspaar 59/70 (Luzern ab ca. 09.15 Uhr nach Alpnachstad und zurück) eingeteilt. Nach einem rauschenden Personalfest am selben Abend, unser DZ-Geschäftsführer Othmar Egli bereitete ein wunderbares Risotto zu, wurde das Schiff ausgeräumt und am 26. November 1991 in die Werfthalle aufgezogen um mit den Arbeiten beginnen zu können.
Alle Schiffe legten im Jahr 1991 insgesamt 415’400 Kilometer zurück. Die «Uri» war an 117 Tagen im Einsatz, die Fahrleistung betrug 11’962 Kilometer. Spitzenreiter bei den Dampfschiffen war das Flaggschiff Stadt Luzern mit 18’920 Kilometern. Das neue, im Vorjahr in Betrieb genommene Motorschiff Weggis übernahm den Spitzenplatz bei den Motorschiffen mit 35’333 Kilometern.
Das Jahr war wiederum erfolgreich: Es konnten 2’318’251 Personen befördert werden. Im Geschäftsbericht wird aufgezeigt, dass diese hohe Frequenz auch mit dem Jubiläumsschiff Uri, es wurde 100 Jahre alt, zu tun hatte. Zum Jubiläum der «Uri» erschien auch ein längerer Artikel in der Neuen Zürcher Zeitung.
Nach der offiziellen Jubiläumsfahrt vom 4. Mai führte die «Uri» am 5. Mai mit hunderten von Schulkindern für die «Weg der Schweiz»-Feierlichkeiten von Flüelen auf das Rütli. Mit diesen Anlässen war die Basis gelegt für eine erfolgreiche Sommersaison. Während des ganzen Jahres erschienen immer wieder Artikel, welche die «Uris» und damit die ganze (Dampf-) Schifffahrt auf dem Vierwaldstättersee thematisierten.
Auch der Kanton Uri und insbesondere Flüelen haben ihren Teil zu diesen Feierlichkeiten beigetragen. In der alten Kirche in Flüelen wurden mit einer Fotorevue über die «Lebensgeschichte» von DS «Uri», zusammengestellt von Herrn Josef Gwerder, Meggen, die 100 Betriebsjahre dieses stolzen Dampfers gezeigt.
Am Wochenende vom 9./10. Juni 2001 kam es in Flüelen bei der Schiffstation zu einem grossen Hafenfest. Die von den Urner Seegemeinden gesponserten kostenlosen Seerundfahrten mit dem Jubiläumsdampfer «Uri» sowie das grosse Hafenkonzert bildeten dabei den Höhepunkt.
Und es geschah in diesem Jahr noch dies:
5 ½ Jahre nach der Ausserdienststellung wurde das MS Waldstätter mit dem Rammschiff nach Beckenried zum Abbruch geschleppt.
Der Umbau und die Modernisierung des MS Titlis fand nach 14-monatiger Bauzeit ihren Abschluss. Das neugestaltete Schiff steht seit dem 1. August wieder im Einsatz.
Am 24. September kam das DS Gallia, nach einer gut vorbereiteten Planung, in die Werft zu einer Generalrevision.
Im Berichtsjahr wurde am DS Uri die Heizung und Lüftung verbessert, dies im Hinblick auf die Winterfahrten.
Im Sommerfahrplan war die «Uri» in der Hochsaison auf dem Kurspaar 7-18 (Luzern ab 09.15 Uhr nach Flüelen und zurück) und im Frühlings- und Herbstfahrplan auf den Kursen 13-26 (Luzern ab 11.15 Uhr nach Flüelen und zurück) eingesetzt. Dazu kamen noch die Sonnenuntergangsfahrt am Dienstag (und Mittwoch im Juli/August) nach Vitznau (Luzern ab 19.15 Uhr) hinzu. Im Juli und August lief das Jubiläumsschiff am Samstagabend zu Fahrten in den Urnersee aus. Ein Bericht über die Sonnenuntergangsfahrt erschien in der Neuen Zürcher Zeitung.
Insgesamt legten die Schiffe 379’568 Kilometer zurück. Dabei entfielen auf die «Uri» stolze 22’518 Kilometer an 182 Tagen. Bei den Motorschiffen war der Spitzenreiter das MS Waldstätter mit einer Fahrleistung von beachtlichen 47’326 Kilometern an 340 Einsatztagen.
Wiederum ein erfolgreiches Jahr für die SGV: Insgesamt wurden 2’391’777 Personen befördert.
Am DS Uri wurden folgende Arbeiten durchgeführt: Ausfallwarnung Rudersteuerung; Kesselanlage: Innenprüfung (SVTI) und Schaleninspektion durch das BAV.
Die Schiffe der SGV legten insgesamt 333’985 Kilometer zurück. Spitzenreiter bei den Dampfschiffen war die neu aus der Revision gekommene «Unterwalden» mit 15’845 Kilometern an 147 Tagen. An zweiter Stelle rangiert die «Uri» mit 13’912 Kilometern (129 Tage) dicht gefolgt von der «Stadt Luzern» mit 13’911 (!) Kilometern. Bei den Motorschiffen war wiederum die «Waldstätter» am meisten auf dem See anzutreffen (43’782 Kilometer/334 Tage).
Einsätze der «Uri» im Jahr 2011
Täglich: 17. bis 30. April: Kurse 13-24
1. bis 28. Mai: Montag bis Samstag Kurse 13-24; Sonntag Kurse 7-18 und 157/158 (Küssnacht)
29.Mai bis 11. September: Täglich Kurse 7-18; 25/28 (Beckenried)
Die Corona-Pandemie brachte einen Dämpfer für die SGV. So äusserte sich der Verwaltungsratspräsident, Hans-Rudolf Schurter, zur Lage der SGV-Gruppe im Geschäftsbericht:
Die SGV beförderte im zweiten Pandemiejahr 1’776’823 (gegenüber dem Vorjahr 1’317’983) Personen.
Am DS Uri konnten folgende Arbeiten durchgeführt werden: Ersatz Doppelboden Küche, Instandstellung Holzdeck Heck und neuer Unterwasser-Anstrich.
Die Schiffe legten insgesamt 320’387 Kilometer zurück. Spitzenreiter bei den Dampfschiffen war wiederum das Flaggschiff Stadt Luzern 13’676 Kilometern an 154 Tagen, gefolgt von der «Uri» mit 12’367 Kilometern an 141 Tagen. Mit 36’037 Kilometern an 339 Dienstagen legte das MS Waldstätter wiederum am meisten Kilometer zurück.
Einsatz des Raddampfers Uri
Sonntags im Frühling und Herbst sowie täglich im Sommer: Kurse 7-18
Schiffsliste 2021 (diese ist nicht mehr im Geschäftsbericht integriert, sondern wird als Anhang veröffentlicht)
Wie das Jahr 2026 herauskommen wird, wissen wir noch nicht.
Anlässlich einer grossen Dampferparade wird das Jubiläum der «Uri» gefeiert. Diese findet am 9. Mai 2026 statt. Die Fahrten waren jetzt schon ausgebucht.
Einsatz des Raddampfers Uri (Änderungen vorbehalten)
Sonntags im Frühling und Herbst sowie täglich im Sommer: Kurse 7-18
In allen vier Ausgaben der Dampferzeitung des Jahres 2001 erschien eine Hommage an den hundertjährigen Raddampfer Uri. Mehr lesen Sie hier!
Auf unserer Homepage ist ebenfalls ein Bericht über das DS Uri abgelegt.
Einsatz der «Uri» (Fahrordnung der SGV)