Zürichsee (ZSG)

Das eMS Uetliberg wurde, bevor es vom Bundesamt für Verkehr abgenommen wurde, ausgiebig getestet. Hier auf einer Probefahrt.(Foto ZSG, 16. Juli 2025)
Das eMS Uetliberg wurde, bevor es vom Bundesamt für Verkehr abgenommen wurde, ausgiebig getestet. Hier auf einer Probefahrt.
(Foto ZSG, 16. Juli 2025)

Das eMS Uetliberg ist ab dem 1. August 2025 in Fahrt

Mit der feierlichen Einweihungsfahrt am 28. Juli 2025 setzt das vollständig elektrifizierte eMS Uetliberg ein starkes Zeichen für eine nachhaltige Schifffahrt. Mit emissionsfreiem Antrieb, modernster Technik und einem klaren Bekenntnis zum Klimaschutz steht das Projekt beispielhaft für die Zukunftsfähigkeit regionaler Mobilität auf dem Zürichsee.

 

Umbau in der Werft Wollishofen

Zehn Monate lang wurde das MS Uetliberg in der ZSG-Werft in Zürich-Wollishofen umfassend umgebaut. Über dreissig Mitarbeitende aus Schlosserei, Metallbau, Schreinerei, Malerei, Elektroabteilung und Projektleitung arbeiteten gemeinsam an der Transformation. Dabei wurde unter anderem die gesamte Dieselantriebsanlage ausgebaut, zwanzig Tonnen Batterien installiert, die Aerodynamik des Schiffsrumpfs optimiert und der Innenausbau auf allen drei Decks vollständig neu gestaltet.

 

Dieser Umbau ist nicht nur eine Premiere für die ZSG, sondern auch eine technische Pionierleistung: Das eMS Uetliberg ist europaweit mit der grössten auf einem Schiff verbauten Batterieeinheit ausgestattet. 7’200 Batteriezellen erbringen eine Bruttokapazität von 3’550 kWh und bewegen das 192 Tonnen schwere Schiff während sieben kleinen Seerundfahrten pro Tag. Mit der Elektrifizierung werden jährlich rund 113’000 Liter Dieselöl eingespart, was 300 Tonnen CO₂ entspricht. Geladen werden die Batterien über Nacht in der Werft in Zürich-Wollishofen mit Ökostrom der Elektrizitätswerke der Stadt Zürich (EWZ).

 

Elektrifizierung der «Albisklasse»: Grösste Flotteninvestition in der ZSG-Geschichte

Auf den Umbau des MS Uetliberg folgen in den kommenden zwei Wintern die Schwesterschiffe Albis und Pfannenstiel. Mit der Elektrifizierung der gesamten «Albisklasse» erreicht die ZSG einen bedeutenden Meilenstein in ihrer Dekarbonisierungsstrategie.

 

Für den Umbau der drei Motorschiffe investiert die ZSG bis 2027 insgesamt 21.5 Millionen Franken, was die bisher höchste Investitionssumme in der 135-jährigen Geschichte des Unternehmens ist. Die ZSG ist Partner des Zürcher Verkehrsverbundes (ZVV). Beschaffungen und Umbauten in dieser Grössenordnung müssen vom Verkehrsrat des Kantons Zürich genehmigt werden.

 

Einweihungsfahrt

Der feierliche Startschuss für den Einsatz des eMS Uetliberg wurde am 28. Juli 2025 im Beisein von rund sechzig geladenen Gästen gefeiert. Bei einer exklusiven Rundfahrt konnten sich die Teilnehmenden selbst von der leisen, emissionsfreien Antriebstechnologie und dem vollständig erneuerten Interieur überzeugen.

 

Nach den drei eLimmatbooten, die bereits seit März 2023 vollelektrisch auf der Flussrundfahrt im Zürcher Seebecken unterwegs sind, markiert der Umbau des eMS Uetliberg einen weiteren bedeutenden Schritt der ZSG in Richtung Nachhaltigkeit. Der CO₂-Ausstoss konnte gegenüber 2019 bereits um 875 Tonnen reduziert werden (-23%). Mit der Elektrifizierung der Albisklasse sollen künftig zusätzliche 1’000 Tonnen CO₂ pro Jahr eingespart werden.

 

Weiteres Projekt

Der nächste Schritt ist bereits anvisiert: Im Herbst wird die ZSG beim Zürcher Verkehrsverbund einen Ersatz für das Motorschiff Bachtel beantragen. Dieses Schiff ist seit 1962 im Einsatz. Momentan bedient es vor allem die Shuttle-Linie zwischen der Insel Ufenau, Rapperswil und Pfäffikon. Die Vorstellungen des ZSG-Direktors Roman Knecht sind klar: Das neue Schiff soll etwas grösser sein – und mit einem Elektromotor betrieben werden.

 

Einsatz des eMS Uetliberg

Ab dem 1. August 2025 verkehrt das eMS Uetliberg täglich im Kursverkehrt auf der kleinen Seerundfahrt. Die tagesaktuellen Einsätze des «neuen» Schiffes (sowie der übrigen ZSG-Einheiten) können hier eingesehen werden.