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April 2019
Nachdem die Gotthardbahn im Jahr 1882 eröffnet wurde ging der Luganeser Schifffahrt die Haupteinnahmequelle verloren, nämlich die Strecke Lugano-Capolago. Man war der Überzeugung, dass der Dampfschiffverkehr auf dem Luganersee einen empfindlichen Rückschlag erleiden werde. Doch das Gegenteil war der Fall: Lugano hatte sich auf einen gewaltigen Touristenstrom einzurichten und wurde damit zu einem wichtigen Ferienzentrum.

Am 19. Juli 1894 wurde die Bahnlinie Porto Ceresio-Varese-Milano eröffnet, die erstaunlicherweise von zahlreichen Passagieren jener von Lugano über Chiasso nach Mailand vorgezogen wurde. Zu einem besonders regen Reiseverkehr verhalfen der Bahn die italienischen Touristen während des Ferragosto, den Ferien Mitte August. Die um die Wende ins 20. Jahrhundert herrschende Hochkonjunktur wirkte sich auch auf die Schiffahrt des Luganersees aus, was allein die Anschaffungen in jenen Jahren beweist:
1899 DS Gottardo, 1903 DS Sempione, 1905 DS Ticino, 1908 DS Italia und 1910 DS Svizzera und DS Lombardia.

Das Dampfschiff Sempione (dt. Simplon) ist 1903 von den Gebr. Sulzer in Winterthur erbaut worden. Angetrieben wurde der Dampfer durch eine schrägliegende 2-Zylinder-Verbundmaschine mit einer Leistung von 300 PS. DS Sempione war sehr schnell unterwegs (max. 27.1 km/h). Der Dampfer hatte eine Länge von 45.50 Meter und eine Breite von 9.30 Meter. Die «Sempione» konnte maximal 420 Personen befördern. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die bis anhin mit Kohlen befeuerten Kessel mit Ölbrennern versehen.

Zusammen mit dem 1908 erbauten Dampfschiff Italia (I) wurde die «Sempione» im Herbst 1961 ausser Dienst gestellt und kurz drauf in der Mündung des Cassarate-Flusses abgebrochen. Damit war die Periode der Dampfschifffahrt auf dem Lago di Lugano abgeschlossen.

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